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Sonntagskirche | 13.12.2020 | 08:55 Uhr

Lucia - eine, die Licht in die Dunkelheit bringt

 

Heute geht vor allem in Schweden die Luzi ab. Und das hat nichts mit der Kinderfernseh-Serie „Luzie, der Schrecken der Straße“ zu tun, dem sich die Redewendung hierzulande verdankt.

Dass in Schweden und in Nordeuropa heute die Luzi abgeht, das hat etwas mit einer Heiligen zu tun, die auf dem ganz anderen Ende des Kontinents gelebt hat, auf Sizilien – also da, wo Europa nach Süden hin aufhört.

Und eigentlich geht sie auch nicht ab, die Luzia in Schweden, sondern sie schreitet heute eher vorsichtig - denn zum Luziabrauchtum gehört, dass ein Mädchen weiß bekleidet einen Kranz aus brennenden Kerzen auf dem Kopf trägt. Vielleicht haben Sie die Bilder schon mal gesehen – ein wirklich schöner Brauch, der hoch im Norden gefeiert wird.

Aber wie kam es zum Kerzenkranz auf dem Kopf?

Nun, das hat mit der Geschichte dieser heiligen Jungfrau aus Europas Süden zu tun. Im 3. Jahrhundert, als Lucia gelebt hat, da waren die Christen noch eine verfolgte Minderheit. Und Lucia hat damals auf Sizilien verfolgte Christen aufgesucht und mit Lebensmitteln versorgt. Das war mordsgefährlich: Wer vom Staat Verfolgten half, drohte ihr Schicksal zu erleiden. Lucia half den Verfolgten trotzdem.

Und Lucia war pfiffig: Damit sie in dunkler Nacht möglichst viel mitbringen konnte, musste sie die Hände frei haben. Sie setzte sich deshalb ihre Kerzen zum Wegausleuchten einfach mit einem Kranz auf den Kopf. Diesen Umstand deuten einige als Grund für ihren Namen. Lucia ist die Lichtbringerin, eine, die es im Dunkeln hell macht.

Die um 283 in Syrakus in Italien geborene Lucia wurde mit gerade mal 19 Jahren , bei der Christenverfolgung unter Kaiser Diocletian angezeigt und dann hingerichtet. Die Legende schmückt dies bunt aus. Verehrt wurde Lucia bereits im 5./6. Jahrhundert. Ihre Gebeine ruhen heute übrigens nicht auf Sizilien sondern in Venedigs Kirche San Geremia e Lucia.

Wie die Feierlichkeiten um diese Sizilianische Heilige ausgerechnet nach Schweden kamen – und das zu einer Zeit, als das Land eigentlich schon protestantisch war, das ist eine eigene Geschichte. Da liegt auch vieles im Dunklen. Aber bestimmt hat es gerade mit dem Lichtritus zu tun, der in der Legende der Heiligen angelegt ist – sind doch gerade in Schweden und Skandinavien die Nächte zu dieser Zeit besonders lang.

Die Kerzen symbolisieren das Licht, das sie in die Dunkelheit trägt. Und ihr Fest verweist auf das unvergleichliche Licht, den Messias, der in die Welt kommen wird. Und noch ein anderer Brauch unterstreicht die aufkeimende Hoffnung am Luzia-Fest. Traditionell wird heute Weizen auf einen Teller gestreut, mit Wasser begossen und an warmer Stelle ins Licht gestellt. Der sogenannte Luzienweizen bezeugt auf seine Weise in dunkler Zeit Hoffnung gegen alle Hoffnung.

Was im heutigen Lucienspiel leicht süßlich aussehen kann, hat in Wahrheit einen knallharten Hintergrund. Lucia solidarisiert sich mit den Verfolgten und scheut sich nicht, ihr eigenes Leben dafür einzusetzen. Wer darüber mal nachdenkt, merkt, wobei an diesem Festtag wirklich die Luzi abgeht: Diese Lucie stellt uns nämlich die Frage: Was tut ihr eigentlich, um den Schwestern und Brüdern zu helfen, die verfolgt werden?

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