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Sonntagskirche | 21.03.2021 | 08:55 Uhr

Josef

„Wenn der heutige Tag ein ganz normaler Tag wird, dann fresse ich meinen Hut!“

Es war im Februar 1995, genauer: am 26. Februar in der Folge 482. Da ging, oder soll man besser sagen schlurfte  der "Penner Harry" (alias Harry Rowohlt) zum ersten Mal über die Lindenstraße, die ja bekanntlich im vergangen Jahr leider zur Geschichte wurde .

Ich gebe zu: Ich war kein leidenschaftlicher Fan. Aber: Hier und da habe ich die Geschehnisse um Helga und Hans, Onkel Franz und Else Kling verfolgt.

Bei Harry ist es so- und ich habe es nochmal recherchiert-: eigentlich wusste keiner wo er herkam, wer er war, was er sonst so trieb, was er mochte, was er gut konnte, wen er seine Freunde nannte. Seine Sprachgewandtheit und die tiefgründigen Kommentare, die es bei weitem nicht in jeder Folge zu hören gab- die saßen aber. Sie ließen vermuten: Hier sitzt (meist an der Theke des Restaurants Akropolis) ein sehr gebildeter Mensch. Sein Verhalten, seine Kommentare, der sonore-knorrige Sprachton: Das alles zeigte: Harry hatte gut beobachtet und brachte mit wenigen Worten eine Situation auf den Punkt. Zu einer größeren Rolle reichte es trotzdem augenscheinlich nicht. Die Rolle des Harry war aber – so finde ich zumindest- die wichtigste Nebenrolle der Serie.

Harry zeigte uns: wie viel unerwartetes Potential in den Menschen liegt, die eben keine Hauptrollen im Leben spielen. In so vielen Nebenrollen des Lebens steckt Potential für mindestens eine Hauptrolle. Ich durfte in meinem Leben bisher vielen solcher Menschen begegnen und wahrscheinlich bin ich (und sind wir alle) selber solche „Nebenrollenkandidaten“. Kurt Marti hat einmal gesagt: „Wir, Deine Verstecke!“ – und meinte damit: Gott ist mit all seiner Energie, Macht, Phantasie und seinem Können in uns. Alles, was wir (auch mit vermeintlich kleinen Kräften) tun, ist göttlich und unverzichtbar.

Vor einigen Tagen haben wir in der Kirche an den Heiligen Josef gedacht (nebenbei: allen Josefs und Josefas: Glückwunsch zum Namenstag). Josef, der Mann von Maria,  war eine solche unverzichtbare Nebenrolle. Er taucht in der Bibel kaum auf und huscht nur zu Beginn einmal kurz über die Bühne. Aber an entscheidenden Stellen trägt er die noch junge „Sache Jesu“ mit. Er hört auf Zwischentöne, analysiert die ganze (etwas eigenartige) Situation glasklar, trifft die richtigen Entscheidungen und behält mit ihnen am Ende Recht.

Josef aus der Bibel ist für mich ein wenig wie Harry Rowohlt aus der Lindenstraße. In diesen Tagen, rund um seinen Festtag herum und in Mitten die Fastenzeit, wünsche ich mir diese Begabung meine eigene Nebenrolle in diesem wunderbaren „Schauspiel Leben“ so ausfüllen zu können. Ich möchte Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden können. Ich möchte an den entscheidenden Stellen etwas beitragen was hilft und die gute Sache weiterbringt. Und: Ich möchte damit dazu beitragen, dass kein Tag im Leben „ein normaler Tag wird“ – weil Gott sich ja quasi in uns versteckt. Das macht die kleinste Nebenrolle zur Hauptrolle.

… und das hat er übrigens in der Folge am Ende auch getan. Es war eben ein besonderer Tag. Wie heute!

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