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Kirche in WDR 4 | 26.02.2021 | 08:55 Uhr

Zu viele Aufgaben

Guten Morgen!

 

Jonglieren ist toll. Rasant fliegen die Bälle in sicherer Bahn hoch und runter, hin und her - immer wieder hochgeworfen von meinen Händen. Das ist ein richtig gutes Gefühl. Alle Bälle in der Luft. Aber das kann auch schief gehen. Manchmal merke ich: Ich habe zu viele Bälle in der Luft. Ich kriege einfach nicht alles unter einen Hut, was ich mir vorgenommen habe. Oder mir fällt es schwer, den Erwartungen anderer Menschen gerecht zu werden.

 

Ich habe vielleicht eine wichtige Aufgabe liegen lassen. Jemand wartet dringend auf einen Anruf. Freunde fühlen sich vernachlässigt. Dann die Pflichten in der Familie, im Haushalt.

 

Und was passiert? Ich bekomme ein schlechtes Gewissen. Diese Sache hätte nicht passieren dürfen und die andere hätte ich nicht unterlassen sollen. Schlechtes Gewissen, schlechte Laune.

 

Und das geht offenbar nicht nur mir so. Schon zur Zeit der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem kommt es zum Streit, weil Aufgaben vernachlässigt werden. Den Jüngern wird vorgeworfen, sie würden die Witwen übersehen.

Offensichtlich kamen diese bei der Armenfürsorge der Gemeinde zu kurz. Es wurde nicht genug Geld gegeben für die Witwen, damit sie gut versorgt sind.

 

Und wie reagieren jetzt die Angesprochenen, die Jünger Jesu? Haben sie auch so ein schlechtes Gewissen, wie ich es manchmal habe? Nein, sie sagen: „Wir haben einfach zu viele Aufgaben. Und deshalb ist das passiert.“ Zu viele Bälle in der Luft.

 

Natürlich hätten sie beleidigt reagieren können: „Wir arbeiten so viel und jetzt bekommen wir auch noch Vorwürfe. Wir haben alles gegeben, und die Leute sind trotzdem unzufrieden.“

Nein, sie suchen eine Lösung für das Problem: „Seht euch nach sieben Männern um, die sollen diese Aufgabe übernehmen.“ (Die Bibel, Apostelgeschichte 6,3) Und so geschieht es. Die Sieben werden gewählt und gesegnet. Für genau diese Aufgabe.

 

Die Jünger dagegen bleiben bei ihren wichtigsten Aufgaben: bei der Verkündigung und dem Gebet. Die Fürsorge für die Armen übernehmen andere. So hat jeder seinen Bereich und kann die Aufgabe erfüllen, die für ihn bestimmt ist. Alles andere wäre Überforderung.

Eine tolle Erkenntnis! Wenn ich versuche, allen und allem gerecht zu werden, dann vernachlässige ich vielleicht mich selbst, meine Gesundheit oder meine Kernaufgaben.

Damit die Aufgaben erfüllt werden, braucht es mehr Leute. Andere, die mit anpacken. Dann können wir gemeinsam vieles schaffen.

 

Ich will darauf achten, dass mir das auch immer wieder gelingt. Zu sortieren, herauszufinden, was ich leisten kann, wofür ich bestimmt bin, was mir liegt und was ich lassen sollte. Und wenn ich dann noch Mitstreiterinnen und Mitstreiter finde, ist allen geholfen.

 

Dass Ihnen das auch immer wieder gelingt, das wünscht Ihr

Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

 

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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