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Sonntagskirche | 26.09.2021 | 08:55 Uhr

Wahlsonntag

Heute ist Wahlsonntag. Aber heute mache ich mir nicht nur Gedanken darüber, wo ich mein Kreuz nachher setze. Nach 16 Jahren ist Angela Merkel bald nicht mehr Bundeskanzlerin.  Was für eine Frau aus Deutschland!

Angela Merkel. Ich denke an die Widerstände, mit denen sie sich gerade zu Beginn ihrer Amtszeit rumschlagen musste. Denke an die abfälligen Sprüche, gerade auch ihres Vorgängers über „Kohls Mädchen“, die niemals Kanzlerin wird. Ich denke an so manche Szene in der Amtskollegen Angela Merkel provoziert haben.  Zum Beispiel als George W. Busch ihr beim G8 Gipfel in St.Petersburg im Vorbeigehen in die Schultern kneift, oder als Vladimir Putin seinen Hund mit zum gemeinsamen Gespräch bringt, wohl wissend, dass die Kanzlerin riesige Angst vor Hunden hat. Zuletzt noch Donald Trump, der im Pressetermin Handschlag und Blickkontakt verweigert hatte. 

Nach Außen wirkte Frau Merkel in solchen Situationen fast schon stoisch gelassen. Mal zieht sie eine kurze Grimasse, aber dann lächelt sie und erträgt sie die Situation. In der Presse bekommt sie den Spitznamen „Die Teflonkanzlerin“. Wie hat sie das geschafft, die Dinge so abprallen zu lassen und die Haltung zu wahren?

Vielleicht steckt ein Teil der Antwort schon ganz am Anfang ihrer Amtszeit. Am 20. November 2005 als Angela Merkel vereidigt wird, ergänzt sie den  Amtseid ganz bewusst um die Formel „so wahr mir Gott helfe“. „So wahr mir Gott helfe“, das hat doch Ähnlichkeit mit einem Stoßgebet.

In einem Interview sagt sie: „Vor Gott bin ich nicht die Kanzlerin, da bin ich auch nur ein Mensch“.  Ich glaube das ist ganz wichtig: Auch eine Kanzlerin braucht bestimmt auch in ihrem privaten Umfeld Menschen, vor denen sie sich mal über den unverschämten Präsidenten XY auslassen kann, oder sagen darf, dass sie die neueste Karikatur über ihre herabhängenden Mundwinkel verletzt. Vor Gott geht das definitiv. Vor ihm darf jeder sich berührt, verletzt oder auch mal hilflos zeigen. Gott durchschaut jede äußere Teflonschicht.  

Und so als Frau? Modische Vielfalt zeigt sie dienstlich nur in der farblichen Auswahl ihrer Blazer. Natürlich wird auch Angela Merkel gestylt und geschminkt. Aber sie zeigt keine Eitelkeit. Frau Merkel eine der wenigen Frauen in der Öffentlichkeit, bei der es scheinbar egal ist, wer ihr Outfit designed hat und wie teuer es war. Sie nimmt zu, wird älter und manchmal scheint es, dass sie mal einen Friseurtermin verpasst hat. Wie bei allem, was ihre Person betrifft macht daraus aber kein Programm zum Beispiel im Sinne von „Bodypositivity“. Sie ist einfach so. Sie entwirft auch keine gezielt emanzipatorischen Werbekampagnen, setzt sich aber trotzdem für Mädchen und Frauen ein, erhält 2012 in Finnland den „Gender equality Price“, aber nicht wegen irgendeiner Kampagne, sondern weil sie einfach „eine Frau ganz oben“ ist.

Die Botschaft, die ich von dieser Kanzlerin mitnehme:  

Bleib ruhig, lass dich nicht provozieren, steh über den Dingen, bewahre Dir Deine Haltung. Steh zu Deiner Persönlichkeit, gerade auch als Frau, aber stell das nicht in den Mittelpunkt. Mach einfach. Trau Dir viel zu, übernimm Verantwortung und bei allem:  Vertraue darauf, dass Gott Dir hilft. Vor ihm bist Du einfach nur Du, egal ob Du eine Wahl gewinnst oder verlierst. Er Dich gewählt und gewollt – für dieses Leben.

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