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Kirche in WDR 4 | 11.10.2021 | 08:55 Uhr

Der ABBA-Blick

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und ich weiß nicht, ob Sie heute schon ABBA gehört haben. Sie werden ja nach 40 Jahren bald ein neues Album rausbringen. Zwei Songs gibt es schon. Und die laufen ja gerade im Radio rauf und runter.

Ich bin nie ein großer Fan gewesen. Die siebziger Jahre habe ich als Kind auf dem Land eh nicht verstanden. All das Bunte, Plüschige und Grelle, die Schlaghosen und den Glitter – das war jenseits von dem, was mir als Kind wichtig war. Nämlich Bücher, Bäume, Freunde und meiner Mutter beim Kochen zusehen.

Aber ich muss sagen, dass mich das Comeback von ABBA sehr berührt.  Das Video von „I still have faith in you“ habe ich schon ganz oft angesehen. Es besteht weitgehend aus Bildern und Konzertschnipseln aus der Hochphase der Band, die wie in einem digitalen Fotoalbum hintereinander geschnitten sind. Vertraute Bilder, schon tausendmal gesehen. Im Text reflektiert die Band ihr Comeback. „I still have faith in you“ – „Ich hab immer noch Vertrauen in dich. Nach all den Jahren lebt das Vertrauen immer noch weiter. Es gab eine Einheit von Herz und Verstand, die selten und schwer zu finden sind.“ Das singen sie da, und es ist klar: Das alles ist immer noch da, und deswegen machen wir da jetzt weiter. Die Musik ist wie immer sehr orchestral und mit einem gewissen Wumms ziemlich abbamäßig arrangiert.

Am meisten berührt mich aber der Schluss des Videos. Die Band wird ja nicht mehr live auftreten, sondern digitale Avatare, also digital am Computer erschaffene Kopien werden in einem Theater in London mit einer Liveband auftreten. Und die betreten nun am Schluss die Bühne: Agnetha, Björn, Benni und Ani-Fried. Sie lachen, schauen einander an, berühren sich am Arm. Strahlend, jung, makellos, zeitlos schön. Sie tun das, was sie für immer unsterblich machen wird: Sie singen: „Wir stehen auf einem Gipfel. Demütig und dankbar, dass wir leben. Ich habe immer noch Vertrauen in dich. Es steht über all den verrückten Dingen, die wir gemacht haben. Es kommt alles in der Liebe zur Ruhe.“ Mich überwältigt das jedes Mal.

Ich weiß, was Sie jetzt sagen: Was für eine digitale Spielerei. Was für ein Kommerz.

Doch ich sehe das Video, und in mir meldet sich auf einmal eine Sehnsucht: Wie unglaublich schön wäre es, wenn mich einer so ansähe wie ich jetzt diese vier Avatare von ABBA. Mit Herzklopfen und ein bisschen verliebt. Wenn einer einen Blick dafür hätte, was an mir für immer einzigartig, fabelhaft, makellos, zeitlos schön und liebenswert ist. Wenn da einer wäre, der zu mir sagt: „I still have faith in you. Ich vertraue dir. Das hab ich gestern getan. Das tue ich heute. Und morgen werde ich dir auch noch vertrauen.“ Wenn mich einer ansähe mit einem Blick, der sagt: „Ohne dich ist die Welt ärmer. Mit dir ist die Welt einfach ein schönerer Ort.“ Mit dem ABBA – Blick sozusagen.

Heute ist Montag, die neue Woche beginnt. Und ich werde mir gleich das Video noch mal anschauen, werde wieder die unsterblich wunderbare Ani-Fried auf die Bühne tänzeln sehen. Und ich werde mir vornehmen, andere Menschen auch mit diesem Blick anzuschauen. Und auch das zu sehen, was sie für immer einzigartig, fabelhaft, makellos, zeitlos schön und liebenswert macht. Eben unsterblich. Nicht nur an diesem Montagmorgen.

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