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Kirche in WDR 4 | 13.11.2021 | 08:55 Uhr

Kinoverkündigung

Mit seinen sieben Monaten ist mein jüngster Enkel Linus ein kleiner charming Boy. Kaum sieht er mich, da schenkt er mir sein schönstes Lächeln. Und mir geht mein Herz auf. Allein, weil er da ist, gelingt es ihm, meine Zuneigung, meine Liebe zu wecken, was natürlich auch meine anderen Enkel - und vor etlichen Jahren auch meine Töchter - geschafft haben. Aber wenn Kinder größer werden, dann bleibt nicht alles „Friede Freude Eierkuchen“. Es kommen Trotzphasen, Schwindeleien, Enttäuschungen und die Zeit des großen Abnabelns. Von dieser Phase, in der Eltern und Kinder einander fremd werden können, erzählt der Film „Mein Sohn“, der am Donnerstag in die Kinos kommt.

Hauptfiguren sind die Fotografin Marlene und ihr Sohn Jason, ein draufgängerischer Skater. Der hat nach einer durchfeierten Nacht mit seinem Board einen schlimmen Unfall. Als er im Krankenhausbett wieder zu sich kommt, ist die besorgte Mama da und schimpft:

"Warum machst Du auch so etwas Gefährliches. Dann würdest Du hier nicht liegen, wenn Du das nicht gemacht hättest. – Das ist normal, verstehst Du? Das ist ein Unfall. Das ist passiert. Ja, das gehört dazu, zum Leben. – Ihr habt garantiert getrunken und das ist so dumm."

Der eine lässt kein Risiko aus, die andere ergeht sich in Vorwürfen. Und meint auch noch, für den beinahe Erwachsenen entscheiden zu müssen:

"Wir haben einen Platz für Dich in dieser tollen Reha in der Schweiz. – Wat denn für ne Reha? – Ich habe Josh angerufen und der sagte, dass das die beste Reha ist für Dich, mit Abstand. Das ist eigentlich die einzige, wo die Dir helfen können. – Fuck – Hey – Fuck! Warum rufst Du meinen Sponsor an? – Jason, weil Du gerade dem Tod von der Schippe gesprungen bist. – Ja, falls Du es vielleicht bemerkt hast: Ich lebe noch, genau. Haste alles klar gemacht, während ich hier sediert war, oder was?"

Der Konflikt zwischen Sohn und Mutter eskaliert weiter. Schließlich fahren die beiden doch noch zusammen Richtung Reha in der Schweiz. Doch bei einem Zwischenstopp in einer Raststätte grummelt es erneut zwischen ihnen. Sie schenken sich nichts:

"Sag mal Jason: Wie viele Jahre hast Du jetzt nichts mehr gegessen? – Hab halt Hunger. – Wie wäre es einfach mit einer Lesebrille? In Deinem Alter muss man doch nicht mehr eitel sein. – Mmh."

Der Film macht deutlich, wie sehr zwei, die sich eigentlich liebhaben, einander auch weh tun können. So etwas habe ich selbst recht oft und meist auch ziemlich schmerzlich erlebt. Doch so schlimm der Zoff im Einzelnen auch war, bei uns stand Gottseidank am Ende immer die Versöhnung, oft mit einem kleinen Ritual. Der Eine begann mit: „Vertrag‘, vertrag‘“. Und der Andere antwortet mit: ,Du altes Blag!“ Dann gingen die Mundwinkel wieder hoch, die Kontrahenten konnten sich in die Arme nehmen und manchmal gab es den „Ich-mag-Dich-trotzdem“-Kuss, von dem im neuen geistlichen Lied „So ist Versöhnung“ die Rede ist. Dieses unbeschreiblich schöne Gefühl immer wieder zu erleben, sich trotz allem lieb zu haben und aufeinander bauen zu können, das wünsche ich nicht nur meinem kleinen Enkel Linus und meiner ganzen Familie, das wünsche ich auch Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer.

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