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Kirche in WDR 4 | 22.11.2021 | 08:55 Uhr

Die Ursache liegt in der Zukunft

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende auch schon wieder rum. Tja. Eine ganze Woche liegt vor mir. Mal sehen, was sie bringt. Die Zukunft. Der Kabarettist Jürgen Becker hat ja jetzt über die Zukunft ein ganzes Bühnenprogramm gemacht. Und da stellt er zum Beispiel die Frage: Wäre alles anders gekommen, wenn Adam, DER Adam aus der Bibel bei Parship gewesen wäre? „Was hätte der denn von sich in sein Profil reingeschrieben? Ich heiße Adam, bin einsam, meine Leidenschaft ist nackt durch den Garten laufen. Und ich mag kein Obst. Welche Frau hätte sich denn da gemeldet?“

Tja. Gute Frage. Vielleicht wäre die Menschheit da schon am Ende gewesen, bevor sie überhaupt begonnen hätte. Beckers neues Programm heißt jedenfalls „Die Ursache liegt in der Zukunft“ – und genau darum gehts: Wie wird das mit dem Kapitalismus weitergehen? Werden Google und Facebook mal besser über mich Bescheid wissen als ich selbst? Nicht alles wird super, sagt Becker. Zum Beispiel in der Telemedizin, die ja jetzt vor allem auf dem Land kommen soll. „Wenn du da deinem Arzt, der ja in der Großstadt wohnt deine Hämorrhoiden zeigen willst, dann musst du dich auf ein Fax setzen.“ Was für Aussichten.

Die Ursache liegt in der Zukunft. Und da muss ich an eine Stelle aus der Bibel denken. Der Evangelist Markus lässt Jesus über die Zukunft sprechen. Die hat zu seiner Zeit nämlich vielen Angst gemacht. Denn ihre Situation war schwierig: Das Land war zur Zeit von Markus von den Römern erobert, der Tempel zerstört. Jede Sicherheit futsch. Da fehlen einem die Worte, das kannst du nur noch in einem Bild ausdrücken: „In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen.“ Alles düster. Und die Angst der Menschen vor der Zukunft damals damals ist auch unsere Angst heute: Krankheit, Einsamkeit, Ungerechtigkeitserfahrungen und persönlicher Kummer – aber auch Klimakatastrophe, Raubtierkapitalismus, Coronapandemie, Flüchtlingskrise. Kein Licht mehr, nirgends. Tja.

Und dann? Dann erinnere ich mich an einen Schulgottesdienst vor ein paar Tagen. Die Kinder erzählen die Geschichte von dem Hund, der sich mit seiner Leine in einem Strauch verfangen hat. Wie sie ihn suchen, mit in die Schule nehmen, die Tischdecke zerschneiden und den frierenden Hund darin einwickeln. Die Martinsgeschichte mit Kinderaugen. Und wie sie mir das erzählen, denke ich an das Markusevangelium, da heißt es: „Er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.“ Ja: Das steht nämlich auch in der Bibel. Sind das nicht gute Aussichten? Eine Welt voller Engel! Sie trennen nicht, sondern führen zusammen. Sie treiben nicht auseinander, sondern stiften Gemeinschaft. Sie schauen nicht weg, sie strahlen dich an. Sie gehen sogar einen Hund suchen.

In seinem neuen Kabarettprogramm erzählt Jürgen Becker gegen Ende noch von seinem Nachbarn. „Der bekommt alle zwei Tage ein Paket mit Schuhen von Zalando. Damit er nicht vor die Tür gehen muss. Aber ich frage mich: Warum braucht einer, der nicht vor die Tür gehen muss überhaupt Schuhe?“ Tja. Eine berechtigte Frage. Also Schuhe an, Engelsflügel ausgebreitet – und los! Denn die Ursache liegt in der Zukunft. Und die beginnt heute, an diesem Montagmorgen
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