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Kirche in WDR 4 | 15.03.2022 | 08:55 Uhr

Menschen halten

Wenn werdende Eltern anfangen, das Kinderzimmer einzurichten, die Wohnung zu putzen, zu räumen, einzukaufen und zu dekorieren, dann spricht man von der Nestbauphase. Erfahrene Eltern nicken dann nur. Sie kennen das. Dass man es für sein Kind so schön wie möglich haben will. Sie wissen, was für ein Gefühl das ist, das eigene Kind nach Hause zu bringen. Ein heiliger Moment. Eine Freundin sagte mal, als ihnen eine Kündigung wegen Eigenbedarfs drohte, voller Entsetzen zu mir: „Wir können doch nicht umziehen! In dieses Haus haben wir unsere Tochter vor zwölf Jahren gebracht!“ Da wurde mir das noch einmal richtig deutlich: Ein Zuhause ist eben nicht nur ein Dach über dem Kopf.

Die Bibel erzählt uns, dass Jesus nach seiner Geburt nur auf Stroh gebettet wurde. Was in der Weihnachtszeit in den Krippendarstellungen unserer Wohnzimmer und Kirchen so gemütlich wirkt, war für ihn bitterkalte Wirklichkeit. Und ist es noch heute. Eltern harren mit ihren Kindern in Lagern aus, auf der Flucht vor Armut und Gewalt. „Wir können sie doch nicht alle aufnehmen“ sagen einige, wenn sie von Menschen auf der Flucht sprechen. Und relativieren im Nachsatz gerne mal: „Ja gut, diejenigen, die sich anpassen, die können ja bleiben.“

Was für ein Menschenbild das ist! Von Menschen, die geduldet werden, wenn sie nicht auffallen. Und solchen, die die Ansagen machen, was auffällig ist und was nicht. Die bestimmen wollen, wie das hier zu gehen hat, mit dem Leben in Deutschland.

Als wenn es das gäbe, den Protodeutschen oder die Durchschnittsdeutsche. Es gibt keine Durchschnittsmenschen. Wir ticken doch alle erfrischend anders.

Ich bin ja Christin und daher ist Jesus für mich wirklich wichtig. Und was ich über ihn lese: Er war ziemlich auffällig. Ist mit 12 Jahren ausgebüxt, hat später gerne mal Tische umgeworfen, Gesetze und Regeln in Frage gestellt und sie missachtet, wenn es seinem Gewissen entsprach. Stichwort: Heilen am Sabbat.

Was ihm am wichtigsten war: Menschlichkeit, die nicht zu klein denkt.
Weil wir zu Großem fähig sind, wenn wir nur wollen. So groß, dass nicht die einen die anderen aufnehmen müssen. Sondern die einen den anderen als Bruder und Schwester begegnen. Als Menschen halt. Als Menschen, die es nicht ertragen, wenn Eltern ihr Kind nicht in ein Zuhause bringen können. Die begreifen: Erst wenn jeder Mensch, der das will, ein Zuhause hat, werden wir dem gerecht, was wir Menschen sein können: Auffällige, großartige, individuelle und doch auch wieder irgendwie gleiche Erdenbürger und Erdenbürgerinnen. Menschen halt.

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