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Sonntagskirche | 06.03.2022 | 08:55 Uhr

Von wegen Abstand halten!

Guten Morgen!

Von der Corona-Abstands-Regel hält unser Hund überhaupt nichts. Von wegen Abstand halten! Sobald er einen zweibeinigen Mitbewohner aus unserem Hochhaus sieht, zieht es ihn mit aller Gewalt zu diesem Menschen. Immer in der hoffnungsvollen Erwartung, entweder ein Leckerchen zu bekommen oder wenigstens gestreichelt zu werden. Distanz zu halten ist nicht sein Ding. Itthai, so heißt unser mittlerweile neunjähriger Golden Retriever, hat es eher mit der totalen Nähe zu tun. Dabei fragt er auch nicht, ob das den anderen gefällt. Itthai lebt ganz nach dem Motto: „Da bin ich und jetzt hab mich lieb.“

Herrlich, wie unbekümmert unser Hund Kontakte knüpfen kann. Uns dagegen stockt dabei oft der Atem oder wir werden rot. Schließlich mag nicht jede und jeder eine feuchte Hundeschnauze in nächster Nähe.

Mittlerweile sind wir das dritte Jahr in Folge dazu aufgerufen, Abstand voneinander zu halten. 1,50 Meter – besser noch zwei Meter – auf Distanz voneinander zu gehen. Manche tun das leider auch innerlich. Die so genannten und mittlerweile überhandnehmenden „Spaziergänge“ sprechen dabei eine deutliche Sprache. Wir halten uns nicht nur auf Abstand. Wir gehen leider auch mittlerweile in unserer Gesellschaft getrennte Wege. Die einen schützen sich und andere. Andere pochen auf ihre Freiheit, fühlen sich ungerecht behandelt, ausgegrenzt und abgeschoben. Sie empfinden sich als Verlierer der Pandemie und als Opfer.

Äußerlich Abstand zu halten, muss ja nicht mit innerem Abstand Hand in Hand gehen. Dort, wo man einander offen zuhört, gemeinsam Argumente abwägt, kann man auch auf Distanz gemeinsam weiterkommen. Wo aber leider kein wirkliches Gespräch mehr möglich ist, da klafft eine Lücke, da gibt’s keine Brücke, da bleibt vielen nur der Abstand.

Tragisch und traurig, auch und gerade, wenn dies unter Menschen passiert, die sich gemeinsam als Christen verstehen und in der Pandemiefrage erschreckenderweise auf einmal zu erbitterten Gegnern werden. Da wird die Impffrage zur Glaubensfrage erhoben. Gott scheint dabei völlig auf Abstand geraten zu sein. Er wird weder um Rat noch um Hilfe gebeten. Mann und auch Frau haben ihre feste Meinung, und wollen sich dabei weder von Mitchristen noch vom Schöpfer Himmels und der Erden in Frage stellen lassen.

Ratlos schlage ich meine Bibel auf und finde dort im Philipperbrief (2,4 Die Bibel, Luther 2017) den Satz: „Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“

So wäre Nähe trotz verordneter Distanz möglich! Wenn wir den anderen wahrnehmen und wie unser Golden Retriever Itthai die innere Distanz überwinden und deutlich machen: „Da bin ich. Ich sehe dich. Ich möchte Kontakt zu dir. Nicht gegen dich. Mit dir will ich sein.“

Vielleicht bewahrheitet sich so auch das, was den Namen unseres Hundes ausmacht: Itthai – das bedeutet: Gott ist mit mir! Von wegen Abstand halten! Gott wäre so tatsächlich mitten unter uns.

Deshalb: „Bleiben Sie zuversichtlich.“



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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