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Kirche in WDR 4 | 10.05.2022 | 05:55 Uhr

Liebe gewinnt

"Wir werden frei sein, wenn wir uns lieben" Diese Zeile von dem Brings-Lied habe ich noch immer im Ohr, wenn ich an den ersten „#liebegewinnt -Gottesdienst“ denke – heute, vor einem Jahr. Ich war nur online dabei und nicht mal von Anfang an; aber auf meine Facebookseite habe ich direkt nach dem Gottesdienst geschrieben: „Vielen Dank … es war sowas von bewegend... Paare und Einzelne waren dabei, eher ältere, eher Jüngere, gleichgeschlechtliche Paare und andere... Einige in Festrobe, mit Blumenstrauß, wie sonst auch, wenn Paare sich gemeinsam vor Gott stellen.“ Wovon das Herz voll ist, davon läuft die Tastatur über. Oder so ähnlich. Ich war so berührt von den Menschen, die sich aufgemacht haben, um ihre Liebe segnen zu lassen.

Noch immer keine Selbstverständlichkeit in meiner Kirche. Leider. Deshalb werden heute Abend wieder an vielen Orten „#liebegewinnt-Gottesdienste“ gefeiert. Mindestens online werde ich wieder dabei sein.

Die Aufbruchstimmung vom letzten Jahr ist zu einer „Wir müssen durchhalten – Stimmung“ geworden. Und die braucht es dringend.

Vor einigen Monaten habe ich in der ARD eine Dokumentation gesehen, in der Männer und Frauen zu Wort kommen, die in Kirche arbeiten – haupt- oder ehrenamtlich und die wegen ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts nicht im Letzten willkommen sind. Seither sind es täglich mehr Frauen und Männer geworden, die bei der Aktion „Outinchurch“ mitmachen, die sich zeigen.

„Du bist geliebt aber nicht akzeptiert“, ist ein Satz aus der Doku, von Frank, einem Krankenhausseelsorger, von dem ich sehr viel gelernt habe in einem Praktikum vor Jahren … Ein Seelsorger, der mit vollem Herz und Verstand dabei ist und der sich in dieser Kirche nicht voll akzeptiert weiß. Und das nur, weil sein Herzensmensch ein Mann ist. Das treibt mich um. Endlich!

Denn ich kenne schon so lange so viele Menschen, die dieses „nicht akzeptiert sein“ umtreibt. Studierende, die kurz vorm Masterabschluss noch ein drittes Fach auf Lehramt beginnen, weil sie befürchten müssen, irgendwann „aufzufliegen“, als queere ReligionslehrerIn. Kollegen, die sich winden, wenn es um private Gespräche geht, die nie entspannt von ihrem Urlaub erzählen oder vom Hauskauf. Und ich kenne Kollegen, die den Beruf als SeelsorgerIn aufgegeben haben, weil sie eben genau das nicht mehr ertragen konnten: nicht akzeptiert zu sein. Maximal still geduldet zu sein. Sie müssen sich regelmäßig fragen lassen, ob sie noch ganz dicht sind, als queere Menschen in dieser Kirche zu arbeiten. Und sie fragen es sich selbst.

So euphorisch ich nach dem #liebegewinnt -Gottesdienst im letzten Mai war, so beschämt war ich, nachdem ich diese Dokumentation zu #OutinChurch Ende Januar gesehen hatte und mir das bewusst wurde: Mein Schweigen ist Teil des Problems. Es braucht viele und laute Stimmen, die sich für die Liebe starkmachen, für die volle Akzeptanz aller Menschen, egal welcher Sexualität, egal welchen Geschlechts. Auch und gerade in meiner Kirche. Wir sollten die mit den Türen sein, die ganz weit offen stehen! So verstehe ich Kirche!

Weil ich so eine Kirche will, bleibe ich. Ich bin hartnäckig in meinem Idealismus. Es darf kein Coming out sein, jemanden zu lieben. Liebe gewinnt, da bleibe ich stur. Und sie ist größer als jeder Kleinglaube, der in meinen Augen Fundament dieser Paragraphen ist, die Menschen aus grenzen. Gott denkt so groß von uns. Er hält nicht nur aus, dass der/die andere anders ist. Er will das so. Genauso.

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