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Kirche in WDR 4 | 06.06.2022 | 08:55 Uhr

Was bleibt nach Ostern?

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende auch schon wieder vorbei.
Tja. Wobei, das stimmt ja nicht. Denn heute geht das Wochenende ja in die Verlängerung. Mit dem Pfingstmontag gibt es einen Extrafeiertag.

Tja, und was war das nochmal für ein Fest, das Pfingstfest? Pfingsten heißt auf Lateinisch „Pentecoste“, was wiederum auf Deutsch „der fünfzigste Tag“ bedeutet. Und wenn man im Kalender durchzählt kommt man drauf, dass Pfingsten der 50. Tag nach Ostern ist. Es ist ein bisschen so wie beim Bundeskanzler. Wenn der 100 Tage im Amt ist, dann ist es Zeit für eine erste Bilanz. Und dann gibt es in den Zeitungen meist lange hintergründige Artikel. Was ist bislang passiert? Hat der Kanzler Wort gehalten? Was läuft gut? Was läuft schleppend? Und ich hab gedacht: So ist das mit dem Pfingstfest auch. Ostern ist 50 Tage her. Was hat Ostern gebracht? Hat sich etwas verändert? Was ist geblieben außer Eiersuchen?

Eine Idee von Pfingsten hab ich neulich bekommen, als ich mit meinem Hund wieder mal ins Altenheim gegangen bin. Greta kennt inzwischen den Weg. Und sie freut sich riesig. Sie läuft ein paar Schritte vor, die Schiebetüren am Eingang öffnen sich -
und schon steht sie schwanzwedelnd im kleinen Eingangsbereich. Dort sitzen oft ein paar alte Menschen auf einer Holzbank und auf einer Handvoll Stühlen. Oft starren sie schweigend vor sich hin. Und sind in ihrer Welt versunken, die für andere Menschen nur noch schwer zugänglich ist.

Bis Greta auftaucht. „Ja wo kommst du denn her?“ sagt eine Frau, als sie den kleinen Pudel erblickt und hebt die Augenbrauen. Ihr maskenhaftes Gesicht bekommt Sprünge als der Hauch eines Lächelns ihre Wangen nach oben heben. Ihre Nachbarin versucht den Hund zu locken. Sie quiekt und lacht vor Vergnügen. Ich helfe mit einem Kommando nach. Und schon sitzt Greta auf ihrem Schoß. „Kann der nicht hierbleiben?“ fragt eine dritte Frau. „Ich tät den sofort mitnehmen.“ Ich hole ein paar Leckerchen aus der Tasche und drücke sie der Frau in die Hand. Sie öffnet ihre Faust, sagt ein paar unverständliche Worte – und im Nu sind die kleinen braunen Trockenfleischstücke in Gretas Bauch verschwunden.

Was bleibt nach Ostern? Mir ist das klar geworden, als ich diese Szene beobachtet habe, in der sich für wenige Augenblicke drei verstummte Menschen in eine giggelnde Clique verwandelt haben. Weißhaarige Schulkinder, die für zwei Minuten mit einem Hund spielen. Es bleibt die Sehnsucht nach dem Lebendigen. Danach, dass das Leben doch schön ist und gut. Und dass diese Lebendigkeit Menschen miteinander verbindet. Gemeinsam zu giggeln, Spökes zu machen, gemeinsam zu lachen und zu genießen, wie sich die Unbeschwertheit eines kleinen Hundes für wenige Momente auf sie überträgt. Das Leben ist schön. Ich kann es sehen. Für die Energie, die das hinkriegt, für die haben die Christinnen und Christen das Bild vom Geist gefunden. Und weil die Energie das Müde und „wie Tote“ verwandelt ist er ihnen heilig. Ist er der Heilige Geist.

Und ich bin gespannt, wie die unbeschwerte Lebendigkeit heute bei Ihnen reinplatzt. Vielleicht wie ein ungestümer kleiner Pudel. Vielleicht aber auch ganz anders. Breiten Sie einfach die Arme aus und sagen Sie „Hallo!“ Nicht nur an diesem Montagmorgen.

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