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Kirche in WDR 4 | 29.07.2022 | 08:55 Uhr

Hoffnungsfest

Guten Morgen.


Mit meiner Familie lebe ich in Alpen. Nicht in den Bergen, sondern Alpen am Niederrhein. Unser höchster Berg misst 58 Meter und heißt tatsächlich Schmulsberg! In Alpen haben wir uns gemeinsam an einen Tisch gesetzt, und wir haben uns gefragt: Wie wäre das, wenn wir alle im Dorf zusammenbringen, die Musik machen und singen?


Um neue Lieder und uns gegenseitig kennenzulernen, haben wir zu einem Workshop in die Schule im Dorf eingeladen. Über drei Tage singen und tanzen, proben mit Band, Cajons und der Blaskappelle… 253 Menschen von acht bis 84 aus unserem Dorf und der Umgebung sind dabei. Viele haben ihre Wurzeln in anderen Ländern, aus denen sie vor Leid und Krieg geflohen sind. Um Worte und Melodien zu finden, die alle aus vollem Herzen singen können, haben wir neue Lieder „ZuFlucht, ZuFrieden, ZuHause“ komponiert.


Und es passiert etwas Einmaliges. Wir sehen uns. Nicht als Gruppen – die Jugend von heute und die Alten von gestern, nicht die Geflüchteten und die Deutschen – wir sehen uns als Einmalige. Als Lachende und Weinende, Schüchterne und Ausgelassene, als Bedürftige und Beschenkende, als Thomas und Anna, Alberi und Inga, als Judy und Hermann. Als Menschen. Geliebt und wertvoll. Gottesgeschenke füreinander. So haben wir das erlebt.


Das erste gemeinsame Essen beim Workshop bereiten Geflüchtete vor. Sie wollen uns etwas schenken und zaubern ein zehn Meter Weltbüffet wie es der Dorftisch noch nicht gesehen hat. Köstlichkeiten aus Somalia und Afghanistan, aus Syrien, Indien und dem Iran. Unbezahlbar. Und eine Erinnerung. Mensch sein, heißt auch Möglichkeiten zu bekommen zu geben, sich zu verschenken. Sei’s mit Falafel, Liebe oder einem Lied.


Aus dem Workshop wird dann am Ende ein Konzert und viele sind gekommen. In der größten Halle des Dorfes, bei einem Landmaschinenhersteller, geben wir die neue Musik zum Besten. Wir feiern, tanzen, lachen – und weinen mit, als die damals 13-jährige Sidra aus Syrien singt – von der neuen Heimat, aber auch von der verlorenen.


Wir kommen damit dem ganz nah, was Gott sich von uns wünscht: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst.“, heißt es in der Bibel. (Die Bibel, Luther 2017, 3. Mose 19,33f)


Wir fühlen uns alle manchmal fremd in diesem Leben. Und ich bete darum, dass wir Menschen finden, die uns vertraut werden. Die ein Stück Heimat und Himmel sind in dieser verrückten Welt. Die Gottes Liebe greifbar machen.

Das Wunderbare. Wir haben es kürzlich wieder gewagt. Mit neuen Liedern, neuen Musizierenden, neuem Mut. Und jetzt im Sommer werden wir singen und laden ein, dass Frieden lebendig wird unter uns.

Open Air auf dass der Himmel sich öffnet. Und wir uns daran erinnern offen zu bleiben füreinander in Zeiten, die uns oft trennen. Bleibe offen mein Herz. Für den Menschen in meiner Nachbarschaft und für Gott, der häufig näher ist als ich zu glauben wage.


Einen Tag voller Himmel im Herzen wünscht Ihnen Patrick Depuhl aus Alpen.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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