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Kirche in WDR 4 | 01.08.2022 | 08:55 Uhr

Agnes noch schöner machen

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist, ist das Wochenende auch schon wieder rum. Tja. Und letzte Woche, da habe ich mich wieder mit Ulla und Wilfried getroffen. Wilfried hatte ausnahmsweise noch seinen Kumpel Hans dabei. Sie kennen sich aus dem Kleingartenverein. Das trifft sich ganz gut. Denn wir gärtnern ein bisschen zusammen. Wobei gärtnern, das ist etwas übertrieben. Wir kümmern uns seit ein paar Monaten ein bisschen um die Grünflächen um unsere Kölner Agneskirche herum. Da hat es länger nicht so wirklich lecker ausgesehen. Menschen haben ihren Müll in die Büsche geschmissen. Es sah ziemlich verwildert und ungepflegt aus. Der Nabu hatte sich zeitweise aufopferungsvoll gekümmert. Seltene Wildkräuter angepflanzt. Auf einmal flogen wieder Wildbienen herum, sogar ganz besonders seltene. Aber irgendwann haben die Nabu-Leute resigniert und die Fläche aufgegeben. Ihre Arbeit und Mühe wurden einfach nicht beachtet und einige der Pflanzen von den Menschen zertrampelt. Tja.

Da haben wir im Pfarrgemeinderat überlegt, dass wir einen neuen Versuch starten wollen. Inzwischen sind mit Hilfe der Stadt ein paar kleine Flächen mit einem niedrigen Zaun eingefriedet. Wir haben Hinweisschilder aufgehängt, mit denen wir die Menschen bitten, die Pflanzen zu achten. Wir erzählen, was wir hier machen und dass Menschen, die Lust und Ideen haben gerne mitmachen können. Wir haben Gräser gepflanzt und Farne, wir haben von den Wildkräutern gerettet, was zu retten war. Die Stadt hat die Büsche in Facon geschnitten. Wir haben die Wiese gemäht. Wir sammeln den Müll auf, wenn es uns zu bunt wird. Ulla und Wilfried zupfen Unkraut und sorgen dafür, dass die Blumen wieder Luft bekommen. Ich bin eher der Typ fürs Grobe. Schiebe den Rasenmäher, wickle den Wasserschlauch ein und aus und lasse mich nassspritzen, wenn ich die Kontrolle über den Schlauch verliere.

Manche sagen: Wieso macht ihr das? Ist doch städtisches Gelände. Sollen die sich drum kümmern. Tja. Ich finde ja, die Zeit ist vorbei, wo man sich noch leisten konnte zu sagen: Dafür bin ich nicht zuständig. Für mich ist das sowieso ein Satz, der nicht mehr in unsere Zeit passt. Ich bin sehr für Grenzen setzen. Ich bin aber auch sehr dafür, dass Menschen sich gemeinsam kümmern. Vor allem um Dinge, die allen gehören. Über die sich alle freuen.

Und jetzt stehen wir manchmal an einem Beet, haben die Hände in die Seiten gestemmt und fachsimpeln. Ist das ein Löwenmäulchen? Hm. Ich schiebe meine Mütze nach hinten. Ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Ist das nicht Stumpfblattampfer? Kann man die stehen lassen oder sollen wir die auszupfen? Tja. Ulla wischt über ihr Smartphone und befragt die Pflanzenapp. Wir werden sehen, sagen wir dann. Wir werden sehen. Ein wunderbares Motto, oder? Genauso wie der Name unserer Chat-Gruppe. Die heißt: „Agnes noch schöner machen.“ Etwas, das schön ist zusammen noch schöner machen. Besser geht’s doch nicht. Oder? Auch nicht an diesem Montagmorgen.

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