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Kirche in WDR 4 | 22.11.2022 | 08:55 Uhr

Cäcilia und der Übersetzungsfehler

Es gibt ja immer was zu feiern! Heute zum Beispiel einen Übersetzungsfehler mit ziemlich feinen Folgen!

Heute ist nämlich der Tag der Hausmusik und der Tag der Heiligen Cäcilia von Rom. Den Tag der Hausmusik würde es ohne die heilige Cäcilia nicht geben, denn die Heilige ist die Schutzpatronin aller Menschen die Orgel spielen, Orgeln bauen, Kirchenmusik oder sonstige Musik machen. In Mexiko-Stadt kommen heute sogar sehr viele Mariachi-Bands auf dem Plaza Garibaldi zusammen, um eine Party für die Heilige Cäcilia zu feiern, bei der sehr sehr viel Musik gespielt wird.

Wer war die Gute? Die Heilige Cäcilia soll von 200 bis 230 nach Christus gelebt haben und wurde von ihren Eltern mit einem Nicht-Christen zwangsverheiratet. Das hat der Cäcilia überhaupt gar nicht gefallen, aber sie konnte ihren Mann davon überzeugen ebenfalls Christ zu werden. (Als Gag: Auch damals war klar wer in der Ehe den Hut auf hat) Allerdings war es in dieser Zeit ziemlich gefährlich Christin zu sein. Cäcilia soll drei befreundete Christen, die aufgrund ihres Glaubens hingerichtet worden sind, begraben haben - gegen die Anweisung der römischen Herrscher. Daraufhin wurde sie dann selbst hingerichtet und sehr schnell als heilige verehrt´.

Wo kommt bei der blutigen Geschichte nun die Musik her? Wie gesagt! Cäcilia wollte nicht heiraten. In ihrer Heiligenlegende heißt es sogar, dass sie bei ihrer Hochzeit zum Klang der Orgel in einem Lied Gott um Hilfe angerufen hat. Und dieses Singen zu Orgelklängen hat sie zur musikalisch-katholischen Allzweckheiligen gemacht.

Unzählige Kirchenchöre sind nach Cäcilia benannt, Georg Friedrich Händel hat eine Hymne für die Heilige Cäcilia komponiert und Heinrich von Kleist berichtet in seiner Erzählung „Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik“, wie mächtig die Musik ist, da sie in der Lage ist die Seelen der Menschen zu erreichen.

All diese kulturellen Hochgenüsse verdanken, wir letztlich einem Übersetzungsfehler. Vielleicht haben sich einige von Ihnen schon gefragt. Wo bitte gab es im dritten Jahrhundert schon Orgeln? Ja, es gab Wasserorgeln, aber mit einer Pfeifenorgel des Mittelalters oder von heute hatte das gar nichts zu tun. In der Legende stand auf Latein: „Sie sang zur „Organum“, was schnell als „Gesang zur Orgel“ übersetzt wurde, aber in Wirklichkeit heißt es eher „sie sang zu den Geräten“, also wahrscheinlich zu irgendwelchen Instrumenten.

Tja und hätte es diesen Fehler nicht gegeben, gäbe es heute keine Mariachi-Party in Mexiko, keine Hymne von Händel und bestimmt auch den einen oder anderen Chor weniger.

Es kann sich also lohnen mal 5 gerade sein zu lassen oder sich nicht über jeden Fehler tierisch zu ärgern. Wer weiß, was noch Gutes daraus entsteht! Und wenn Sie heute mal ein Lied vor sich daher pfeifen oder summen – dann ist das nur recht und würdig am Gedenktag der Patronin der Musik….es muss ja nicht „Cecilia, your breaking my heart“ sein….

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