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Kirche in WDR 4 | 26.11.2022 | 08:55 Uhr

Kinoverkündigung

„Wir hatten ja schon öfters das Problem, dass sich der eine oder andere verknallt hat. Aber das ging immer wieder vorbei, musste es ja auch, nicht wahr? Der freie und gemeinsame Sex, wie wir ihn hier praktizieren, bedeutet ja die Überwindung der bürgerlichen Liebe“


In dieser Kommune gelten klare Regeln: Sex ja, Liebe nein. Nur Frauen haben Zimmer, die Männer müssen sich für jede Nacht eine neue suchen. Zweierbeziehungen darf es nicht geben. Und wenn doch, werden die beiden Beteiligten vor der gesamten Kommune verhöhnt. Davon erzählt der Film „Servus Papa, See You In Hell“, der seit dieser Woche im Kino läuft.

Diese Kommune ist keine Fiktion. Schauspielerin Jeanne Tremsal erzählt ihre eigene Geschichte. Gemeinsam mit Regisseur Christopher Roth hat sie das Drehbuch geschrieben. Der Gründer der Kommune, der Künstler Otto Muehl, saß später wegen Kindesmissbrauch im Gefängnis.

Denn der Traum vom Leben ohne gesellschaftliche Normen wird schnell ein Albtraum, wenn sich wirklich eine Zweier-Liebe entwickelt. Wie zwischen Jeanne und Jean.

„Du kennst doch Jean? – Den Sohn von der verrücken Belle? – Ich mag ihn. – Ja? Und er? – Er mag mich auch. –Weiß es denn Otto? – Nein, nein.“

Die beiden bekommen die ganze Härte vom Kommunegründer zu spüren.
Otto trennt die beiden – ganz autoritär.. Keine Seltenheit. Auch Jeanne muss getrennt von ihren Eltern aufwachsen. Denn die bürgerliche Kleinfamilie darf nicht zusammen sein. Dafür nimmt sich Otto das Recht heraus, häufig zu der 14-jährigen aufs Zimmer zu kommen. Irgendwann hält die es nicht mehr aus und probt den Aufstand. Dafür erntet sie von Otto aber nur Hohn.

„Das, was wir uns hier aufgebaut haben, lassen wir uns nicht von ein paar pubertierenden Jugendlichen kaputt machen. Ihr könnt alle gehen, alle! Siehst du, Jeanne? Alle bleiben. Wenn du magst, dann setz dich, aber dann hältst du dich an unsere Regeln.“

Dass die Kleinfamilie keineswegs immer ein Segen ist, ist völlig klar: Missbrauch und Einengung erleben große wie kleine Menschen dort jeden Tag. Und trotzdem wünschen sich bis heute Menschen jeden Alters, mit einem anderen Menschen zusammen zu leben und eine Familie zu gründen. Gegenmodelle wie das jenes im Film sind gescheitert, weil sie keine Freiheit erlaubt haben. Bei der Colonia Dignidad in Chile war das nicht anders. Ohne Zwang konnten sie nicht überleben. Allerdings: Zwang herrscht leider auch viel zu oft in mancher Familie.

Ob Zusammenleben, egal mit wie vielen Menschen, funktioniert, hängt also nicht vom Modell ab, sondern von Freiheit, Wertschätzung und Geborgenheit. Damit also von jedem Einzelnen. Am Ende sind es die Menschen, die eine Familie ausmachen, einen Kommune und auch unsere Gesellschaft. Sie bestimmen, ob dieses Zusammenleben funktioniert.

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