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Sonntagskirche | 08.01.2023 | 08:55 Uhr

Sternstunden

Am heutigen Sonntag nach dem Fest „Heilige Drei Könige“ endet für viele die Weihnachtszeit.

Schade eigentlich, ich mag noch gar nicht dieses heimelige „Weihnachtskokon“ verlassen, ich möchte noch nicht hinaus in die raue Wirklichkeit, in die bräsige Januarnormalität. Jedes Jahr ist das so, seit ich mich erinnern kann, jedes Jahr fühlt sich der Januar irgendwann wie ein nasser, kalter Waschlappen an, der einem um die Ohren gehauen wird.
Da hat es mich auch noch nie getröstet, dass dieser letzte Sonntag der Weihnachtszeit mit „Taufe des Herrn“ betitelt ist und auch in vielen Kirchen feierlich begangen wird, nein. Außerdem ist da der Täufling Jesus schon erwachsen, was für ein krasser Sprung in der Geschichte!

Eben noch von den drei Weisen aus dem Morgenland als Baby verehrt und beschenkt, und jetzt vom Heiligen Geist in die Welt geschickt. Als TV-Serie oder Fortsetzungsroman wäre das dramaturgisch echt daneben. Und dann dieser Gegensatz vom leuchtenden Weihnachtsstern zu der Taube, die auf fast allen Darstellungen der Taufe Jesu im Laufe der Jahrhunderte zu finden ist. Ein Stern steht für mich für das Strahlende, Leuchtende, für das Besondere. Eine Taube hingegen steht eher für Normalität, für das Einfache, Tauben nerven, lassen ihren Dreck fallen und gurren penetrant: Die Ratten der Lüfte.

Trotzdem ist genauso das Leben, ich meine damit es ist ein Zusammenspiel zwischen den besonderen Momenten und dem Alltag.

Gäbe es nur diese Sternstunden, so würden sie mit der Zeit verblassen und ich würde mich behäbig und unzufrieden fühlen. Das Festessen würde mir fade, der Besuch anstrengend, und wovon sollte ich mich noch ausschlafen?

Der Alltag mit seinen Tauben, mit den grauen Montagen, dem schrillen Wecker und den Stullen in der Brotdose ist eigentlich noch wertvoller als die so besonders erscheinenden Momente, denn er lässt uns zu Heldinnen und Helden werden. Wir meistern kleine und große Probleme, wachsen über uns hinaus oder merken, dass eine Niederlage oder ein Fehler nicht das Ende der Welt ist. Wir fallen und stehen auf, wir lernen. Das können wir dann wieder feiern, alles zu seiner Zeit. Und so ist dieser krasse Twist von der weihnachtlichen Idylle bis zur Beauftragung des erwachsenen Jesus und seinem schweren Lebensweg etwas zutiefst Menschliches, er ist das Abbild unseres Alltags. Und so begleitet Jesus mich in allen Lebenslagen, er zeigt sich als zutiefst menschlich und gleichzeitig als göttlich.

Auch wenn morgen vielleicht ein grauer Montag auf der Bildfläche erscheint, wenn eine Taube das Auto verdreckt und kein Stern am Himmel zu sehen ist, so ist er doch da, der Glanz von Weihnachten, und er reicht für das ganze Jahr.

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