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Sonntagskirche | 22.01.2023 | 08:55 Uhr

Hat Jesus gelacht?

Winterzeit ist für mich Kultfilmzeit, und mein Favorit für heute Abend ist „Der Name der Rose“, ein Film aus dem Jahr 1986, nach dem Roman von Umberto Eco.

Hauptfiguren sind der Franziskanermönch William von Baskerville und sein Schüler Adson von Melk. Beide erleben in einer abgelegenen Benediktinerabtei in den italienischen Alpen eine Reihe von grausigen Morden, die sie aufzuklären versuchen, was nicht ganz so auf Gegenliebe stößt, denn wir haben das Jahr 1327, und es regieren unter den Brüdern Aberglaube und Angst. Auch in theologischen Diskussionen erleben William und Adson eine bedrückende Enge, was besonders den Älteren der beiden herausfordert.

Die Frage, ob Jesus gelacht hat, nimmt hier großen Raum ein. Der uralte Bruder Jorge ist fürs Lachen nicht nur in den Keller gegangen, sondern ins Kloster. Bruder Jorge ist dem Lachen an sich völlig abgeneigt. Er findet: Das gehört sich nicht, es ist teuflisch und verzieht das Gesicht zu einer Fratze.

Jesus hat seiner Meinung nach nie gelacht, und auch alle Heiligen nicht. Der alt – ehrwürdige Jorge meint: Diese heiligen Menschen haben ihr Leben immer in gläubigem Gleichmut verbracht und ihr Schicksal brav erduldet. Bruder William von Baskerville, ein Mann, der den Humor liebt und schätzt, verteidigt das Lachen Jesu, er ist sich sicher: auch Jesus konnte fröhlich sein und hatte mal den einen oder anderen Scherz rausgehauen. Immerhin: Jesus war ja Mensch geworden. Und: Lachen ist menschlich.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Leben mit Humor besser zu ertragen ist, das Lachen gesund ist (das hat schon Bugs Bunny betont), und dass ein bisschen Spaß einfach sein muss. Hierzu fällt mir eine Situation vor ein paar Wochen im Bäckerladen am Bahnhof ein, die ich nie vergessen werde, obwohl sie eigentlich nicht so besonders war. Der Laden war ziemlich voll, und alle haben gestresst und eilig gewirkt, gerochen hat es nach nassen Winterjacken und unterschwelliger Aggression. Die Verkäuferinnen haben nur noch irgendwie funktioniert, denn auch das dazugehörige Cafe war komplett belegt. Dann war ich dran und habe meine Bestellung genannt:
Ein großes Baguettebrot. Von der Dame an der Theke kommt dann nur roboterartig „Zum hier essen oder zum Mitnehmen“, tausend Mal wird sie das an diesem Tag
schon gesagt haben. Ich nehme das einen halben Meter lange Brot entgegen und sage nur „Zum hier essen“, wir schauten uns an und fingen einfach an zu lachen, wir konnten kaum aufhören. Ok, das war jetzt nicht soo witzig, aber es hat die Lage für die Bäckereifachverkäuferin und mich kurz entspannt. Wir haben uns dann noch einmal angegrinst, uns einen schönen Tag gewünscht und das wars. Aber dieses Lachen hat mir so gutgetan. Wäre ich im Film „Der Name der Rose“ dabei, so würde ich Bruder Jorge entgegensetzen, dass Lachen etwas zutiefst Heiliges ist, etwas, das Menschen zusammenbringt und das Leben schöner macht. Aber das hat der alte Mönch im Jahr 1327 leider nicht verstanden. Schade eigentlich!

Ich jedenfalls wünsche ihnen allen heute einen Grund zum Lächeln oder Lachen und einen schönen Sonntag!

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