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Kirche in WDR 4 | 21.12.2022 | 08:55 Uhr

O, Du Augenhöhe

„Wenn das so weiter geht, sind wir mehr Helfer*innen als Gäste“ – sagt im November eine Freundin von mir. Die organisiert gerade ehrenamtlich: „Heiligabend in Gemeinschaft“, so heißt das Angebot. Und der Sinn ist ganz einfach: Keiner soll am nächsten Samstag alleine feiern. Und daher werden die Leute aus dem Stadtteil zu ner Feier in die Kirche geladen. Diese Initiative gibt es an vielen Orten in Deutschland und etliche Menschen sind daran beteiligt - als Helfer*innen und als Gäste. Das Verblüffende ist: Als meine Freundin das sagt, haben sich schon etliche Menschen bei ihr gemeldet, viel mehr als sonst. Und als Chefin des Orgateams fragt sie sich zum ersten Mal, ob sie überhaupt alle beschäftigen kann. Denn wie das Verhältnis von Gästen und Helfenden ist, wird sie erst am Samstag sehen – Gäste sind nämlich spontan willkommen.

Dass so Viele helfen wollen, finde ich großartig – genau wie sie. Und sie wollen das sicher aus gutem Grund: Klar, um anderen etwas Gutes zu tun, investieren sie ihre Zeit. Vielleicht haben manche schon selbst erlebt, wie das ist, an Weihnachten allein zu sein. Könnte auch sein, dass sich bei manchen der Helfer*innen etwas verändert hat, so dass „Alle Jahre wieder“ auch für sie nicht mehr klappt. Durch eine Trennung, einen Umzug, durch Krankheiten oder den Tod eines Familienmitglieds – es gibt ja viele Einschnitte im Leben, die auch nach neuen Ideen für Weihnachten rufen.

Die Frage, die mir nicht aus dem Kopf geht: Fällt es möglicherweise Vielen leichter, sich als Helfer*in zu melden, statt einfach selbst als Gast hinzugehen? Und ich komme darauf, weil ich, ehrlich gesagt, so bin. Ich gehöre auch eher zum Team „Helfen“ und ichärgere mich hier ein bisschen über mein eigenes Schubladendenken.

Wäre es nicht am besten, wenn gerade an diesem Abend mal Schluss wäre mit der Aufteilung in „die Hilfsbereiten“ und „die Hilfsbedürftigen“? Wer von uns ist denn nicht bedürftig? Und nichts anderes feiern wir doch: Dass selbst Gott hilfsbedürftig wird, als Kind, in der Krippe. Gott macht uns Mut zu mehr Augenhöhe – Heiligabend in Gemeinschaft eben.

Ob in den Gemeindezentren oder in den Wohnzimmern, auch in meinem: Jeder Mensch ist bedürftig - auf die eine oder andere Weise. Und sich das gerade an Weihnachten ehrlich einzugestehen, ich glaub, das kann ein echtes Geschenk sein. Und die Bedürfnisse auszusprechen sowas wie die passende Schleife drumherum. Offenheit als Last-Minute-Geschenk sozusagen. Vermutlich nachhaltiger als so manch anderes, das wir so herbeischleppen in diesen Tagen.

Wer heute, so kurz vorm Fest spürt, dass sich da eine Art Lagerkoller anbahnt, der könnte damit doch heute starten. Sich ehrlich fragen: Was brauche ich, um gut und gerne Weihnachten zu feiern? Und teilen Sie das doch den Menschen mit, mit denen sie die Tage geplant haben. Mal sehen, was sie sagen, was sie so brauchen – und was nicht.

Ja, womöglich glühen dann die Familienchatgruppen, Gutscheine bleiben ungekauft, Fonduetöpfe im Keller und Autos vollgekrümelt. Was soll’s? Womöglich machen Sie sich auch ganz spontan allein oder gemeinsam auf, als Gast auf zu einem „Heiligabend in Gemeinschaft“ in Ihrer Nähe.

Damals, am Ursprungsheiligabend in diesem kalten Stall, war ja gar nichts vorbereitet, heißt es. Nur lauter bedürftige, berührte Menschen, die bereit waren, sich zu verbinden. Und Gott mittendrin. Mehr Gemeinschaft geht nicht. Und die wünsche ich uns allen.

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