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Kirche in WDR 4 | 22.12.2022 | 08:55 Uhr

kleine Tisch-Theologie

Was mir während Corona am meisten gefehlt hat? Mit Menschen an Tischen zu sitzen. Und mir haben nicht nur die Menschen gefehlt, sondern auch tatsächlich die Tische. Homeoffice geht ja sogar liegend oder vom Sofa aus. Aber was ist schon das Leben ohne „mit Menschen an Tischen zu sitzen?“ – oder noch besser formuliert: „Mit Mitmenschen an Tischen zu sitzen.“

Gut, in Videokonferenzen sitzen wir uns zwar irgendwie gegenüber, aber ich muss ganz ehrlich sagen, da fehlen mir die Tische. Nicht mehr an Konferenztischen sitzen, keine Runden Tische, nicht mal mehr Stammtische gab es.

An dieser Stelle hätte unser 100 Jahre alter Küchentisch einspringen können, aber nicht mal Leute einladen durfte ich zum dran sitzen, reden und feiern.

In unserer Familie wird an kirchlichen Hochfesten und Familienfeiern so richtig traditionelle Tischkultur gepflegt: Weißes Tischtuch, Omas Porzellan, Kuchenteller mit Kuchengabeln für die fünf Torten, Untertassen und allem Gedöns. Dazu Filterkaffe im 1X6 Porzellanfilter aufgebrüht.

An solchen Tischen und Tafeln sitzen wir zum Beispiel an Maria Heimsuchung, hier bei uns in der Warburger Börde bei Oma in Nörde. Maria Heimsuchung ist unser Patronatsfest. Wenn man so will der Namenstag unserer Dorfkirche. Und nach der Prozession sitzen wir alle den ganzen Tag nur am Tisch und reden und trinken und essen, also Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendessen.

Was wäre die Christenheit ohne Tische! Jesus selbst ist nämlich auch ständig mit anderen essen gegangen. Als Wanderprediger war der zwar ständig in Bewegung. Aber: Essen war da ein wunderbarer Ausgleich. Meist hat er sich selbst irgendwo eingeladen.

Und weil der Zimmermann aus Nazareth es so mit Tischen hatte, haben wir Christen das heute auch noch. Schauen Sie mal in eine Kirche. Denken sie sich das ganze Gold und auch den protzigen Marmor am zentralen Punkt einfach mal weg und was Sie dann im Herzen der Kirche sehen, ist ja ein Tisch. Also, vom Altar spreche ich.

Kinder, die zur Erstkommunion gehen, gehen bei uns zum ersten Mal zum Tisch des Herren. Theologinnen und Theologen der Konfessionen haben zur Deutung und Bedeutung des Abendmahles im Laufe der Jahrhunderte riesige Regale mit Büchern gefüllt:

Das Essen gehen an Tischen ist nicht nur kultig, sondern existentiell.

Einfach gesagt, erinnern uns Altäre und Tische daran, dass Jesus seine Frohe Botschaft von Nächstenliebe und dem Reich Gottes ganz oft an Tischen und beim Essen kommuniziert hat. Jesus hat nicht nur Gäste eingeladen, sondern hat selbst kaum Einladungen ausgeschlagen und sogar mit Sünderinnen und Zöllnern gegessen.


Also Fernseher und Computer aus, Butter bei die Fische und Essen auf die Tische. Tische stehen überall rum. Kommunizieren Sie mit!


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