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Kirche in WDR 4 | 01.05.2023 | 08:55 Uhr

Tag der Arbeit

Guten Morgen!

Mal ehrlich: Kann ein Monat besser beginnen? Gestern Sonntag, heute Monatserster – und statt Montagsblues direkt mal Feiertag. Ausschlafen, ausführlich frühstücken, kurz nach dem Wetter gucken und dann: „Mach, was du willst.“ Was will man mehr? Für die allermeisten heißt es heute: Arbeit? Gott bewahre!

Wobei man der Arbeit an einem 01. Mai am Ende eben NICHT entgehen kann. Im Gegenteil: der ganze schöne freie Feiertag ist gerade ihr gewidmet. „Tag der Arbeit“, „Tag der Arbeiterbewegung“, „Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse“ – die Namen variieren, das Thema ist weltweit das gleiche. Australische und amerikanische Arbeiter haben das Datum im 19. Jahrhundert durch ihren Kampf erobert. Statt täglich zwölf sollten künftig acht Stunden Maloche genügen – an sechs Tagen in der Woche wohlgemerkt. Generalstreiks, Massenaussperrungen, Protestmärsche und Demonstrationen – man stritt erbittert um eine erträgliche Arbeitszeit. Bis Anfang Mai 1886 die Lage in Chicago eskaliert. Bombenterror, Schusswechsel, Tote und Verletzte, zum Tode verurteilte Arbeiterführer. Der Kampf um den Achtstundentag schafft Mythen und Märtyrer; der so genannte Haymarket Riot, benannt nach dem Schauplatz der Ereignisse am Chicagoer Haymarket Square, wird zum Ursprung des „Labor Day“. Drei Jahre später beschließt die Sozialistische Internationale, diesen Tag weltweit zum Tag der Arbeit auszurufen.

Und heute?

In vielen Ländern der Erde ähneln die Arbeitsbedingungen immer noch dem 19. Jahrhundert. Gnadenlose Endlosschichten für einen Hungerlohn, rechtlose Arbeitsmigranten mitten in Europa, der Skandal der Kinderarbeit – all das ist weiterhin Realität.

Und doch ist was geschafft: Bei uns hat der lange Kampf der Gewerkschaften nach und nach andere Verhältnisse geschaffen. Sozialversicherungen, Tarifsysteme, Arbeits- und Kündigungsschutzgesetze, Mindestlohn und Mitbestimmung – der Markt wird in diesem Teil der Welt sozial gestaltet und gebändigt. Jedenfalls, wenn es nach Recht und Gesetz geht. Gott sei Dank! Bei allem, was dauerhaft zu tun und zu verbessern bleibt.

Bei uns in NRW übrigens hat dieser 01. Mai laut Feiertagsgesetz einen eigenen Namen: „Tag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“. Da kommt zusammen, was zusammengehört. Und dafür lohnt es sich zu arbeiten, 365 Tage im Jahr. Das gilt ganz besonders auch für die für die christlichen Kirchen – die übrigens damals nicht auf Seiten der Arbeiter gestanden haben.

Freiheit und Frieden, soziale Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde: Darum geht’s, das gibt dem Leben seinen Sinn - in Gottes Namen und um Himmels Willen. Ein Blick in die Bibel genügt. Schauen Sie mal bei Psalm 146. Zeit wäre ja heute.


Es grüßt Sie, Ulf Schlüter aus Bielefeld.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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