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Kirche in WDR 4 | 05.05.2023 | 08:55 Uhr

Neue Welt – neues Leben?

Guten Morgen!


Und – schon unterwegs? Im Auto vielleicht – oder längst bei der Arbeit? Oder hören Sie gerade dort Radio, wo es am schönsten ist: zu Hause?

Morgens in der Frühe aufbrechen, den Tag über arbeiten, im Büro, auf der Baustelle, im Klassenzimmer, Einkäufe erledigen, Besuche machen, Freunde treffen – aber abends dorthin zurückkehren, nach Hause. So kennen wir das. So ist das für die allermeisten am Ende der Pandemie wieder Alltag. Aufbruch und Heimkehr, völlig normal. Ein Leben lang.

Völlig normal?

Rund eine Million Menschen sind im letzten Jahr auf ganz andere Weise aufgebrochen. Haben Haus und Hof, Heim und Arbeit, Freunde, Verwandte und überhaupt das ganze Land verlassen. eine Million – allein aus Deutschland. Ausgewandert. Jedes Jahr.

„Goodbye, Deutschland!“ heißt eine Fernsehserie, die solche Aufbrüche seit 2006 schon begleitet. Eine von vielen Auswandererdokus.


Einfach weg, womöglich für immer. Raus aus dem alten Leben, radikaler Neuanfang am anderen Ort, im anderen Land, auf einem anderen Kontinent. Wäre das was – für Sie?

Neu ist das Phänomen wahrhaftig nicht. Wer ein Bild davon bekommen will, könnte mal nach Hamburg fahren, in die Auswandererwelt (das Auswanderermuseum) BallinStadt. Mehr als fünf Millionen Menschen sind allein von der Hansestadt aus aufgebrochen im späten 19. Jahrhundert und bis in die 30er Jahre hinein. Die allermeisten zog es in die Neue Welt. Albert Ballins Hamburg-Amerikanische-Packetfahrt-Actiengesellschaft, kurz HAPAG, verschiffte die Auswanderer in Massen hinüber in die USA, manche auch nach Südamerika.

Auswandern, aufbrechen in ein neues Leben: nichts Neues. Mancher wird dazu getrieben durch Kriege, Hunger, Armut, Verfolgung. Dann ist es eine Flucht. Andere aber zieht der große Traum vom besseren Leben, von Freiheit und Abenteuer, vom Neuanfang abseits des Alten.

Für mich wäre das nichts. Zu wenig Mut, zu wenig Abenteuerlust, ich bin zu sehr Gewohnheitsmensch. Ich kenne mich gern aus.


Allerdings gilt am Ende: Auch ich lebe nicht in der besten aller Welten. Die Verhältnisse um mich herum sind so wenig perfekt wie ich selbst. Mich einfach komfortabel einzurichten in einem „Bloß-nichts-verändern-Idyll“: das kann’s nicht sein. Eine Welt, in der im letzten Jahr fast 90 Millionen Menschen ihre Heimat notgedrungen verlassen mussten, verlangt dringend nach Veränderung, Erneuerung. Es bleibt reichlich zu tun – für das Recht, für den Frieden, für die Freiheit. Für Sie und für mich. Vor der eigenen Haustür.

Den Himmel auf Erden werden wir nicht schaffen. Und auch nicht finden, nicht mal am anderen Ende der Welt. Aber das Leben barmherzig und liebevoll zu renovieren – das bleibt um Gottes Willen unser Ding. Heute und morgen und überall.


Es grüßt Sie, Ulf Schlüter aus Bielefeld.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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