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Kirche in WDR 4 | 26.04.2023 | 08:55 Uhr

You’re welcome

Zwei Sätze frustrieren mich irgendwie: „Da nicht für“ ist der eine oder „Kein Ding“ der andere. Wenn ich das als Reaktion bekomme, wenn ich mich bedanke: Das fühlt sich so mittelprächtig an. Denn irgendwie laufe ich dann mit meiner Dankbarkeit gegen eine „Kein-Ding-Wand“. Dabei wünsche ich mir, dass wir beide wertschätzen, dass das, was jemand für mich getan hat, was mir jemand geschenkt hat, keine Selbstverständlichkeit ist, sondern etwas, dass durchaus Freude auslöst und eben auch Dankbarkeit.

Ich glaube, dass diese „Kein-Ding-Wände“, uns oft aus falscher Bescheidenheit zur Gewohnheit geworden sind. Weil wir nicht großspurig rüberkommen wollen, winken wir ab: „Kein Ding, dass ich mitten in der Nacht aufgestanden bin, um Dich zum Flughafen zu bringen, das ist doch nichts, was sich zu erwähnen lohnt.“

In meinen Augen wird Bescheidenheit dann falsch, wenn jemand sich und das, was er tut, einfach ignoriert oder sogar abwertet.

Ich jedenfalls laufe ungern gegen „Kein-Ding-Wände“. Und deshalb versuche ich seit einiger Zeit, selbst keine mehr aufzubauen. Sondern einfach zu sagen, was ich denke, wenn sich jemand bei mir bedankt. Sowas wie „habe ich gerne gemacht“, „war mir eine Freude“, schlicht und einfach eben.

Am allerschönsten und gar nicht schlicht finde ich ja die englische Formulierung: You`re welcome! Was für eine herrliche Antwort auf ein Dankeschön! Du bist willkommen, auch mit Deiner Dankbarkeit. Wäre super, wenn sich das hier bei uns durchsetzen würde, finde ich. Aber vermutlich würde ich mein Gegenüber ziemlich irritieren, wenn ich damit hier und heute den Anfang mache – also, wenn ich dem Kollegen „Du bist willkommen“ sage, als er sich bedankt, weil ich ihm die Kaffeetasse beim Dienstgespräch gereicht habe. Ich ahne Stirnrunzeln – aber das muss ja auch nichts Schlechtes sein. Es würde zumindest genau diese Beiläufigkeit unterbrechen – auf beiden Seiten. Denn es würde dazu führen, dass wir uns vermutlich ansehen – man kann jemanden nicht willkommen heißen und dabei weggucken.

Ja, die Kaffeetasse rüberzureichen ist kein großer Akt, kostet weder viel Zeit noch Kraft. Da braucht’s nicht gleich ein Feuerwerk. Aber nur, weil eine Kaffeetasse kein Grund ist, sich groß zu feiern, ist sie noch lange keiner, um sich klein zu machen. Denn die zugeschobene Kaffeetasse zeigt, dass jemand aufmerksam für den anderen ist. Dass da zwei für einen kurzen Moment einander willkommen heißen. Egal, in welcher Sprache, mit welchen Worten – Hauptsache ohne Wand und ohne wegducken, würde ich sagen. Das haben wir doch echt nicht nötig.



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