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Sonntagskirche | 07.05.2023 | 08:55 Uhr

Wohin führt der Weg?

Guten Morgen. Vielleicht planen Sie ja gerade beim Frühstück für heute einen Sonntagsspaziergang. Und vielleicht gibt es beim Nachwuchs dabei wieder lange Gesichter… Ich kenne das noch aus meiner Kindheit und Jugend. Da gehörte der Sonntagsspaziergang einfach zum festen Ritus dazu, wie der Sonntagsbraten und der Gottesdienstbesuch. Sonntag für Sonntag.

Was ich überhaupt nicht leiden konnte: Mal sehen – wir gehen einfach mal los und schauen, wo wir auskommen. Diese Aussicht auf - aus meiner jugendlichen Sicht – scheinbar „zweckfreies“ Umherlaufen zerstörte regelmäßig jegliche Motivation. „Och nöö, nicht schon wieder…“ Wenn es ein Ziel gab, war ich eher dabei.

Wobei: Ich gebe ja zu, dass es weniger die konkreten Ziele waren und diese gibt es in der wunderschönen niederrheinischen Seenlandschaft meiner Nettetaler Heimat viele, sondern die damit verbundene Aussicht auf ein Eis, eine Limonade oder einen heißen Kakao am Ende. Irgendetwas leckeres, für das es sich lohnte, den Weg zu machen.

In einem Bibeltext, der gleich in den katholischen Kirchen vorgelesen wird, erzählt Jesus auch von einem Weg. Etwas rätselhaft, sodass sein Freund Thomas ihn fast vorwurfsvoll fragt: „Wir wissen nicht wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen?“ Wie beim Sonntagsspaziergang ins Blaue erzählt Jesus: kein wirkliches Ziel – und der Weg dorthin ist auch nicht bekannt. Klar, er meint keinen geographischen Weg. Er benutzt den Begriff im übertragenen Sinn und erläutert das auch: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Damit gibt er eine Richtung vor. Eine Art Navigationssystem fürs Leben.

Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als ob es diese Anhaltspunkte sind, die uns in unserer Gesellschaft immer mehr fehlen. Das geht auch vielen Politikern immer wieder so, wenn sie die Bedeutung von Religion und Kirchen betonen, von Glaubensgemeinschaften im Zusammenleben unseres Landes. Jenseits aller Diskussionen um Skandale und Fehlentwicklungen. Fest steht, dass es die auch und gerade in den christlichen Kirchen weltweit gegeben hat, dass das hunderttausendfach Abbrüche ausgelöst hat, Lebensabrisse und unvorstellbares, lebenslanges Leid. Aber fest steht auch: dass es eben auch nach christlicher Überzeugung diese Anhaltspunkte für ein gelingendes Leben mit Jesus gab und gibt,. Vielleicht sind genau diese Punkte manchmal aus dem Blick geraten, überlagert, an die Seite gelegt worden. Umso mehr lohnt es sich, sich ihnen wieder anzunähern, neu den Versuch zu starten die Wahrheit und letztlich das Leben in Jesus wieder zu entdecken. Es wäre einen Versuch wert. Um etwas gegen das scheinbar plan- und oft ziellose Umherlaufen unserer Gesellschaft zu tun. Zeichen zu setzen, an denen Menschen wieder Halt finden, unter denen sie eine Gemeinschaft finden, in der es sich lohnt, zu leben und den Weg gemeinsam zu gehen. Das macht stark – auch gegen Kräfte, die nur darauf aus sind, menschliche Gemeinschaft zu zerstören.

Ich möchte das heute Morgen einmal im Stil der französischen Kirche versuchen, deren Bischöfe 1996 einen Brief an ihre Gläubigen geschrieben haben. Darin ist die Rede von „proposer la fois“ – den Glauben vorschlagen, anbieten ja: ihn hinzuhalten. Ohne die traditionelle Moralkeule, die man uns Kirchenleuten ja immer gerne vorhält. Probiert das mit dem Weg Jesu doch einfach einmal aus – ohne Zwang. Mir hat das immer wieder in meinem Leben geholfen – und deswegen kann ich es euch auch vorschlagen. Also: Nur Mut! Was die Planung des Sonntagsspaziergangs oder den Lebensweg angeht – ohne Anhalts- und Orientierungspunkte will beides nicht wirklich gelingen.

Einen schönen Sonntag, vielleicht auch bei einem schönen Spaziergang durch die frische Mai-Luft, wünscht Ulrich Clancett aus Jüchen.






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