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Kirche in WDR 4 | 15.05.2023 | 08:55 Uhr

Bringt Kerzen mit

Guten Morgen

Mitten am Tag wird es stockfinster. Die Hühner kehren auf ihre Stangen zurück, die Frösche stimmen ihr Abendkonzert an und die Schwarzkehlschwalben im Wald beginnen ihr nächtliches Pfeifen. Mittags um zwei ist ein weißes Blatt – so berichtet ein Augenzeuge – so schwarz wie Samt. Was klingt wie ein Märchen ist in vielen Zeitungen und Tagebuchnotizen belegt. Der spätere US-Präsident George Washington schreibt in seinem Tagebuch „von schweren und ungewöhnlichen Wolken und schwarzem und zugleich rötlich-hellem Lichtschein“.

The Dark Day – Der dunkle Tag hat sich heute vor rund 250 Jahren zugetragen (15. Mai 1780) - im Nordosten der heutigen USA, in den damaligen englischen Kolonien Neuenglands. Über die Ursache der rund eintägigen Finsternis wird noch immer gestritten. Vielleicht waren große Waldbrände der Grund für die plötzliche Finsternis – es gab sie einige hunderte Kilometer weit entfernt in Kanada. Viele der frommen Siedler damals interpretieren das allerdings anders: Für sie ist der dunkle Himmel mitten am Tag ein Zeichen dafür, dass das Ende der Welt gekommen ist – der Tag des so genannten Jüngsten Gerichts wie ihn die Bibel in mythischen Bildern beschreibt. Die Siedler suchen Zuflucht in Kirchen und im Gebet. Im Staat Connecticut wird beraten, ob man die Sitzung des Rates verschieben solle.

Ein Ratsmitglied namens Abraham Davenport lässt mitteilen: „Ich bin gegen eine Verschiebung. Das Jüngste Gericht kommt oder es kommt nicht. Wenn es nicht kommt, besteht kein Grund, die Sitzung zu verschieben. Wenn es kommt, möchte ich dabei angetroffen werden, wie ich meine Pflicht tue. Deshalb schlage ich vor, dass Kerzen zur Versammlung mitgebracht werden.“

Die Sitzung des Rates von Connecticut findet damals übrigens statt; der Weltuntergang vorerst nicht.

Na klar, das ist lange vorbei. Aber die Dark Days, mit Welten in Dunkelheit und Flammen, die sind es nicht.


Mir imponiert das: Wenn jemand - gerade weil buchstäblich die ganze Welt auf dem Kopf steht – den eigenen Kopf kühl hält. Abwägt, was jetzt zu tun ist – und das dann aber auch wirklich tut. Mich beeindruckt, wenn Menschen handlungsfähig sind und Orientierung geben, weil sie wissen, wie sie am Ende dastehen wollen - vor Gott, vor andern und vor sich selbst. Und dann nüchtern den nächsten Schritt tun: „Ich schlage vor, Kerzen mitzubringen.“


Und mir fällt Jesus ein, der uns genau das zutraut und sagt: „Ihr seid das Licht der Welt. […] Lasst Euer Licht leuchten.“ (Evangelium nach Matthäus 5,14.16)


Einen lichtvollen Tag wünscht Ihnen

Ihr Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.


Quellen: New England's Dark Day - Wikipedia,(abgefragt 15.05.2023) alle Originalzitate übersetzt von Jan-Dirk Döhling



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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