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Kirche in WDR 4 | 19.06.2023 | 08:55 Uhr

Chefetage

Heute ist wieder Montag. Und weil heute Montag ist, ist das Wochenende auch schon wieder rum. Tja. Und Sie sind vielleicht schon wieder auf dem Weg zur Bahn. Oder sind gerade in Ihr Auto gestiegen. Auf dem Weg zur Arbeit. Vielleicht sind Sie euphorisch und freuen sich auf neue Projekte. Vielleicht haben Sie ein bisschen Muffensausen. Denn womöglich steht ein Gespräch an mit der Chefin oder dem Chef.


Vielleicht gibt’s bei Ihnen in der Firma ja auch eine Chefetage. Die ist ja oft ganz oben im Gebäude. Mit einem wunderbaren Ausblick über die Stadt. Und vielleicht müssen Sie ja in dieser Woche da hinauf. Mit dem Aufzug. Letzter Knopf, oberste Etage. Mulmiges Gefühl. Tja.


Und als ich neulich mal über Chefetagen nachgedacht habe, da ist mir eine Geschichte von Mose eingefallen. Mose, das ist ja der, der mit seinem Volk in Ägypten quasi wie in Gefangenschaft gelebt hat. Und der eines Tages die Faxen dicke hatte. Da hat er dem Pharao gesagt: Jetzt ist Schluss! und hat sein Volk, die Israeliten in die Freiheit geführt. Sie erinnern sich: Zehn Plagen, Heuschrecken, Frösche, Flucht in der Nacht, Rotes Meer, Freiheit, Jubel und Yippieh.


Aber dann: Wüste. Hunger. Durst. Die Leute regen sich auf. Wären wir doch in Ägypten geblieben! Lieber Steine kloppen als das hier! Tja. Mose hat es nicht leicht. Er will Rat suchen bei Gott. Und steigt auf den Sinaiberg und kommt mit den Gesetzestafeln zurück. Die zehn Gebote sind da drauf. Wow. Gott hat mit seinem Volk einen Bund geschlossen, heißt das. Doch kaum hat Mose den Israeliten den Rücken zugekehrt, haben die ihm eine lange Nase gedreht. Und flott mal mit den Göttern der Umgebung geflirtet. Vielleicht haben die ja mehr drauf als der Gott von Mose oben auf dem nebligen Berg! Es folgt die berühmte Geschichte mit dem Goldenen Kalb. Tja. Und als der wackere Mose das sieht ist er vollkommen bedient und Zack! zerdeppert er voller Wut die Steintafeln. Was soll er noch machen? Was für ein störrisches Volk. Ob Gott ihn jetzt zitiert? In die Chefetage?


Aber der ist ziemlich entspannt. Und sagt zu Mose: „Komm noch mal her.“ Und Mose kraxelt in aller Frühe wieder auf den Sinaiberg hinauf. Und was macht Gott? Er kommt ihm vom Himmel entgegen, erzählt die Bibel. Der eine geht hinauf. Der andere geht hinab. Eine völlig neue aufregende religiöse Erfahrung. Der Götterhimmel ist kein unerreichbarer Olymp. Nix Chefetage. Gott ist der, der dem Mose entgegengeht. Plötzlich, so erzählt es die Bibel, steht Gott neben Mose wie ein alter Kumpel.


Gott ist der, der nicht nur behauptet, da zu sein. Sondern er ist es. Egal wie bekloppt die Menschen sind. Gott hat einen Geduldsfaden, der mindestens so dick ist wie das Stahlseil der Kölner Seilbahn. Und er ist noch treuer als zum Beispiel Frank Schmidt. Der ist seit 2007 Trainer vom 1.FC Heidenheim und hat den Club nach 16 Jahren aus der vierten Liga in die Bundesliga gebracht. Was bedeuten einem Gott, der so ähnlich drauf ist wie ein paar goldene Kälber und ein störrisches Volk? Eben. „Macht gar nichts. Ich bin da. Und ich komm dir schon mal entgegen.“ Wo einer das sagt, da geht es weiter. Nicht nur in die Erste Liga. Und nicht nur an einem Montagmorgen.



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