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Sonntagskirche | 22.10.2023 | 08:55 Uhr

Dornröschen

Guten Morgen,

Poltern im Kinderzimmer.

„Mein Kinderzimmer wird jetzt ein Jugendzimmer“, ruft meine Tochter und wirft jetzt auch das das alte dicke Buch mit dem lilafarbenen Buchrücken auf den Haufen der Dinge, die sie nicht mehr braucht. Unser altes Märchenbuch. Gleich die erste Geschichte ist Dornröschen.

Ein König und seine Königin wünschen sich so sehnlich ein Kind. Als sie schon fast nicht mehr dran glauben, ist es plötzlich so weit: Sie bekommen ein Kind, ein Mädchen.

Ihre Freude ist so groß, dass sie ein großes Tauffest feiern wollen.

Dazu laden sie die weisen Frauen des Landes ein. Leider nur zwölf der dreizehn Frauen. Eine wird nicht eingeladen.

Alle weisen Frauen schenken diesem Mädchen besondere Eigenschaften zu diesem Fest. Nachdem die elfte Frau ihren guten Wunsch ausgesprochen hat, platzt die dreizehnte - nicht eingeladene - Frau in den Saal herein. Sie wünscht der Prinzessin Böses:

An ihrem 15. Geburtstag soll sie sich an einer Spindel stechen und tot umfallen.

Dann rauscht die 13. Frau davon.

Glücklicherweise hat ja noch die 12. weise Frau einen Wunsch frei. Und so kann sie diesen tödlichen Wunsch umwandeln: „Du wirst dich an der Spindel stechen und in einen hundertjährigen Schlaf fallen“, sagt sie.

Der König ist ein fürsorglicher Vater und will sein Kind vor dieser Gefahr beschützen.

Er lässt alle spitzen Gegenstände, alle Spindeln im Land verbrennen.

Doch als die Prinzessin 15 Jahre ist, also ein Teenager und ziemlich selbständig, passiert es.

Sie trifft im Schloss-Turm eine alte Frau, die am Spinnrad sitzt und spinnt.

Neugierig fragt das Mädchen die alte Frau: „Kannst du mir das nicht auch beibringen?“

Genau in diesem Moment passiert, was passieren muss, das Mädchen sticht sich an der Spindel und fällt in einen hundertjährigen Schlaf – und mit ihr der ganze Hofstaat.

Derweil wächst die Rosenhecke um das Schloss immer höher und höher. Doch nach 100 Jahren kommt ein Königssohn und bahnt sich tapfer den Weg durch die Rosenhecke.

Er küsst die Prinzessin – also Dornröschen - wach.

Ich denke: Dem König im Märchen geht es ähnlich wie mir. Ich will mein Kind vor Gefahren beschützen – habe dann aber einen Teenager zu Hause. Sie entscheidet jetzt selbst, was sie braucht und was sie entdecken will. Da nützt es auch nichts, ihr alle Gefahrenquellen aus dem Weg zu räumen. Dornröschen und meine Teenager-Tochter – sie suchen sich ihren eigenen Weg.

Ich bin mal gespannt, was mit meiner Tochter noch alles passiert. Wohin ihre Neugierde sie führen wird, und was das für uns als Eltern dann heißt.

Bei aller Sorge: Ich freue mich schon jetzt auf die neue Zeit.

Ich frage mich: Ob es Gott mit mir wohl auch manchmal so geht? Vielleicht fragt er sich auch: Mensch, was probiert er denn jetzt schon wieder aus. Manche meiner Wege waren vielleicht nicht immer die richtigen. Aber Gott sei Dank, es ist bis hierher gut gegangen. Und ich vertraue darauf, dass Gott mich schützt auf meinem Weg und er auch den Weg unseres Teenagers weiter begleiten wird.

Ich wünsche uns einen guten Weg.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


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