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Kirche in WDR 4 | 09.10.2023 | 08:55 Uhr

Endlich wieder Neues von Frau Dr. Fuchs

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und heute, da gibt es endlich wieder Neuigkeiten von Frau Dr. Fuchs.

Vor einiger Zeit habe ich hier schon mal von ihr erzählt. Und inzwischen habe ich ein paar mails bekommen. Was macht eigentlich Frau Dr. Fuchs? Frau Dr. Fuchs heißt eigentlich anders. Sie ist Mitte achtzig und lebt in einem Seniorenheim in Köln. Sie war früher Fachärztin für Psychiatrie und hat seit vielen Jahren eine schlimme Depression. Schon vor der Coronapandemie haben wir fast jeden Tag telefoniert. Denn als es ihr mal besonders schlecht gegangen ist, da habe ich ihr gesagt: „Rufen Sie mich an, wenn es Ihnen dreckig geht. Dann reden wir, bis Sie wieder Licht sehen.“ Das hat sie getan. Ich habe unsere Gespräche sehr gemocht. Und meistens hat es gar nicht besonders lang gedauert, bis das Licht wieder da war. Oft bin ich mit meinem Hund Greta auch zu ihr hingegangen und habe sie besucht. Dann lag der kleine braune Teppich schon vor dem Tisch bereit. Auf den konnte sich der Hund wunderbar zusammenrollen. Und einmal, das werde ich nie vergessen, da ist Frau Dr. Fuchs einkaufen gegangen und hat bei mir Zuhause eine kleine Tüte abgestellt. Mit Vitaminsaft, Holundersaft und Hustenbonbons. Da bin ich nämlich selbst krank gewesen. Und hatte ihr am Telefon etwas vorgehustet. Sogar an eine Tüte mit Leckerlies für den Hund hatte sie gedacht. „Eine Ärztin bleibt eine Ärztin“ hat sie gesagt. Sagenhaft.

Bei unseren letzten Gesprächen hatte ich gemerkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Ein Geschenk hatte sie nicht mehr ausgepackt. Ihre Sätze haben irgendwie nicht mehr richtig zusammengepasst. Sie hat angefangen nach Worten zu suchen. Ich habe schließlich erfahren, dass sie neben einem gehörigen Demenzschub vermutlich einen Schlaganfall bekommen habe.

Dann ist der Sommer gekommen. Und wieder gegangen. Und ich habe mir vorgenommen sie endlich mal wieder zu besuchen. Vor ein paar Tagen dann bin ich mit Greta in der Gegend gewesen. Und dann habe ich zu ihr gesagt: „Komm, jetzt gehen wir zu Frau Dr. Fuchs.“ Mit bangem Herzen bin ich in den Aufzug gestiegen. Denn ich habe damit gerechnet, dass Frau Dr. Fuchs regungslos in einem Krankenbett liegt.

Aber es ist ganz anders gewesen. Sie hat in einem Rollstuhl im Esszimmer gesessen. Das Haar sorgfältig gescheitelt. Mit frischem Teint und neugierigem Blick. Ich habe mich zu ihr gesetzt. Greta hat sie freundlich angestupst. Aber es war klar, dass Frau Dr. Fuchs nicht mehr eingefallen ist, wer wir beide sind. „Wir haben fast jeden Tag telefoniert. An Ihrer Wand hängt ein Kalender mit Fotos von Greta. Und im Sommer haben Sie mir Blumen von Ihrem kleinen Balkon mit nach Hause gegeben.“ Frau Dr. Fuchs hat freundlich gelächelt. Und wir haben ein wunderbares Gespräch geführt. Fast wie früher. Irgendwann ist eine Pflegerin ins Zimmer gekommen. Da hat Frau Dr. Fuchs gesagt: „Wir drei hier, wir kennen uns schon ganz lange.“ Ach, das hat mich sehr froh gemacht. Denn wenn einer einen kennt, auch wenn es schattig, dunkel und einsam wird, dann bleibt ein Licht an und die Hoffnung groß. Nicht nur an einem Montagmorgen.

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