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Kirche in WDR 4 | 10.02.2024 | 08:55 Uhr

Beten hilft!

Guten Morgen.

In meiner Lieblingsfrauenzeitschrift habe ich mal wieder etwas Spannendes entdeckt (1).

Unter der Überschrift „Es gibt keine falsche Hoffnung!“ wird von der „Maly-Meditation“ berichtet. Wolfgang Maly ist Psychoonkologischer Berater. Also jemand, der krebskranke Menschen berät. Begleitend zu den schulmedizinischen Behandlungen hilft er den Patienten durch seine Methode. Er beschreibt sie so:


Sprecher: Es geht darum, mit gesammelter Konzentration, Berührung und Visualisierung von Energie gegen den Tumor zu kämpfen.“


So weit, so gut. Ich halte viel von unseren Selbstheilungskräften. Und es gibt viele ähnliche Methoden. Interessant ist, was Wolfgang Maly von seiner eigenen Krankheit und seinem eigenen Heilungsprozess berichtet. Nach einer Operation konnte er nicht laufen:


Sprecher: „Ich begann mich ins Gebet zu versenken und stellte mir vor, wie ein warmes, heilendes Licht in meine Wirbelsäule fließt und mein Rückenmark massiert. Dabei fühlte ich mich geborgen und gewann mit jedem Mal ein Stück der verlorenen Hoffnung zurück. Mit der Zeit verbesserte sich meine Gehfähigkeit, bis ich wieder normal laufen konnte. Diese Entwicklung bestärkte mich in meiner Überzeugung, dass durch den Glauben an Gottes Liebe das Unmögliche möglich werden kann.“ (2)


„…, dass durch den Glauben an Gottes Liebe das Unmögliche möglich werden kann.“ Das glaube ich auch.

Bei einigen Menschen aus meiner Gemeinde habe ich das nicht so intensiv aber ähnlich erlebt. Vielleicht kann man einfach sagen: „Beten hilft!“

Vielleicht klingt das jetzt zu schön und einfach. Vielleicht mag jemand meinen, ich hätte zu wenig Ahnung wie es Menschen mit solchen Krankheiten geht. Vor eineinhalb Jahren ist meine Schwester gestorben. Mit 64 Jahren an Krebs. Und ich habe sie - zusammen mit ihren zwei Kindern - in ihrer letzten Zeit intensiv begleitet. Sie teilte meinen Glauben an den einen Gott. Und wir haben zusammen gebetet. Und mit uns viele Freunde. Auch ihre Gemeinde hat für sie gebetet. Beinahe bis zu ihrem Ende hat meine Schwester auf ein Wunder gehofft. Es ist nicht passiert. Auch wenn es mir schwerfällt, will ich nicht an der Barmherzigkeit und Liebe unseres Gottes zweifeln.

Beten und sich Heilsames vorzustellen, zu wissen, dass andere für mich beten, ist hilfreich. Aber ob es mir meinen Weg für Momente leichter macht oder ob ich sogar geheilt werde – das bleibt ein Geheimnis. Und das liegt nicht in Menschenhand. Auch Wolfgang Maly hat weiterhin mit Schmerzen zu kämpfen, die ihn zuweilen an Gottes Liebe zweifeln lassen, wie er schreibt. Dennoch: Gebet und Meditation haben ihn mit Hoffnung und Zuversicht erfüllt. Und beides, Hoffnung und Zuversicht können in allem kraftvolle und machtvolle Helfer sein.


(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5: )

Ihr Pastor Heddo Knieper, Soest



(1) Ildikó von Kürthy, „Problemzonen: Es gibt keine falsche Hoffnung!“ Brigitte 7/2019, S. 174.

(2) https://wolfgang-maly.de/wolfgang-maly/, Aufruf 17.2.24.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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