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Kirche in WDR 4 | 02.02.2024 | 08:55 Uhr

Karneval liegt in der Luft

Im Rheinland ist Karnevalszeit. Nächsten Donnerstag ist schon Weiber­fastnacht. Wir Kölschen sind ja das ganze Jahr über ein bisschen jeck. Davon zeugt das "kölsche Grundgesetz", wie die zehn Gebote in zehn Sätzen. Diese können auch in Westfalen zeigen, wie ein gutes Leben aus­sehen kann. Also stelle ich sie hier einfach mal vor:

Erstens: "Et es, wie et es". Wir Kölsche gehören zur Evolution, sind Teil des Kosmos. Oder um mit Papst Franziskus zu denken: Die Wirklich­keit kommt vor der Idee.

Zweites Gebot: "Et kütt, wie et kütt". Wir haben keine Angst vor der Zukunft. Der Himmel ist für uns offen. Denn es gilt: Der Herrjott, also Gott is nitt esu. Er kennt uns ja, ist in Jesus einer von uns.

Das Dritte: "Et hätt noch immer god gegange". Wir sind hoffnungsfroh und im Kern konservativ. Also wissen aus der Historie: Ende gut, alles gut.

Viertes Gesetz: "Wat fott es, es fott". Wir sind im Kern progressiv. Wir hängen nicht traurig dem Vergangenen nach. Wir glauben an die Auferstehung.

Das Fünfte: "Et bliev nix wie et wor". Die klare Folgerung aus dem 4. Gesetz! Ecclesia semper reformanda = Die Kirche entwickelt sich immer weiter.

Das sechste lautet: "Kenne mer nitt, bruche mer nit, fott domit". Hier geht es gut jesuitisch um die Unterscheidung der Geister. Nicht behalten, was Schaden anrichten kann. Wir sind keine Messies.

Siebtens: "Wat wellste mache". Wir akzeptieren unser Schicksal. Oder fromm ausgedrückt, wir nehmen die Vorsehung zur Kenntnis.

Nummer Acht heißt: "Maach et god, ävver nit zo off". Geradezu die Regel der Nachhaltig­keit:

Maß halten und Verzicht üben. Die Ökologie von Papst Franziskus.

Das vorletzte Gebot: "Wat soll dä Käu". Käu meint Quatsch. Wir stellen die Frage: Cui bonum = Wozu ist es gut? Ein zutiefst moralisches Anliegen.

Schließlich das 10. Gebot: "Drinkste eine met". Gastfreundschaft und Willkommenskultur.

Da in Köln die Elf die Jeckenzahl ist, gibt es noch eine elfte Regel: 11 "Do laachste dich kapodd". Also: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Zusammenfassen lässt sich das Kölsche Grundgesetz in einem

Grundsatz, den ich wunderbar finde und als Basis des Gemeindelebens betrachte: "Nix is esu schlääch, datt et nit för jett god es", also alles kann nützlich sein, jeder Beitrag zählt.

Das ist doch auch eine Frohe Botschaft für die Menschen in Westfalen!


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