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Kirche in WDR 5 | 02.01.2015 | 06:55 Uhr

Erwartungen

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer!

Das neue Jahr ist schon wieder ein Tag alt. Manchmal wirkt der Jahreswechsel noch nach: Ich hoffe jedenfalls, dass sie alle hatten einen guten Jahreswechsel weniger mit schmerzlichen Nachwirkungen hatten, sondern mehr mit guten Begegnungen und schönen Anregungen.

Eine Anregung für das neue Jahr fand ich bei Friedrich Rückert (1788-1866) einem romantischen Dichter, die mich allerdings nachdenklich gemacht hat. Auch für Rückert birgt das Neue die Veränderung – die ja nicht nur schön ist. Und dennoch soll der Mensch nicht verzagen, also verzweifeln, sondern mutig nach vorne schauen – und – wenn es gar nicht anders geht – dann soll er auch laut klagen.

Rückert beschreibt es so:

„Es geht ins neue Jahr.

Lass deinen Mut nicht neigen,

Es bleibt nicht, wie es war.

So schwer zu sein, ist eigen

Im Anfang immerdar,

Am Ende wird sich's zeigen,

Wozu das Ganze war.

Nicht zage gleich dem Feigen

Und klag' in der Gefahr!

Schwing auf zum Sonnenreigen

Dich schweigend wie der Aar!

Und wenn du kannst nicht schweigen,

So klage schön und klar!“

Für mich heißt das Nicht-Verzagen aber auch: Das neue Jahr und seine Gestaltung liegt in meinen Händen und ich kann daraus etwas machen. Ein leider vergessener Komponist hat das einmal so formuliert:

„Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr. Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben“ (Johann Wilhelm Wilms; 1772 – 1847).

Neu anfangen – es liegt letztlich an mir.

Neu anfangen hat etwas mit Umkehr – ja mit Bekehrung zu tun. Das ist ein sperriges Wort und noch sperriger ist seine Umsetzung. Das wusste schon Johannes der Täufer, der Vorläufer Jesu, der auf diesen Jesus mit seiner Predigt hingewiesen hat. Er predigte „Umkehr“, das heißt Rückschau, Vorschau und als Konsequenz aus dieser Gegenüberstellung die Bereitschaft zu Veränderung. Für mich ist das immer wieder ein Anstoß:

Was erwarte ich vom neuen Jahr 2015?

Was muss ich im neuen Jahr anders machen als im alten Jahr 2014, um meine Erwartungen zu erfüllen?

Einerseits lebe ich aus Rückblicken, aber das Leben geht nach vorne mit Ausblick auf das, was kommen kann.

Das anzunehmen und zu gestalten liegt in meinen Händen!

Dazu wünsche ich nicht nur mir, sondern auch Ihnen Mut und Unverzagtheit begleitet von Gottes Segen

Frank Müller aus Köln

Copyright Vorschaubild: CCO Public Domain

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