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Kirche in WDR 5 | 21.11.2016 | 06:55 Uhr

Im Himmel angekommen

Guten Morgen!

Gestern war Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt. An dem Tag wird in den evangelischen Kirchen aller Toten des vergangenen Jahres gedacht. Ihre Namen werden verlesen und mit dem Verlesen wird allen, die versammelt sind, noch einmal ganz klar: Die Toten sind tot. Unwiederbringlich. Und gleichzeitig stellt sich die Frage: Wo sind sie alle jetzt? Was ist nach ihrem Tod passiert? Sind sie auferstanden?

Ein Mann wollte nicht mehr leben. Jetzt ist er tot. Er hat nicht gefragt. Er hat es einfach gemacht. Nicht rückgängig zu machen. Und der Tod hat nicht nein gesagt. Hat ihn an sich gerissen und sich mit ihm in den Abgrund gestürzt.

Jetzt stehen sie alle da. Alle, die zurückgeblieben sind, schauen in den Abgrund des Todes.

Sie schauen dem Mann hinterher. Sehen schwarz.

Der Tod haucht sie alle an. Er ist so nah, dass sie nicht sicher sind, ob das Leben überhaupt weitergeht.

Es ist finster, kalt, grausam.

Sie fragen, warum? Sie fragen, wozu? Sie fragen, ich auch? Sie reden, sie weinen, sie lachen,…

Sie sehen die Leiche. Im Sarg. Letzter Dank, letzter Segen, letztes Lied, aber er ist schon weg.

Wo ist er?

Wieder grübeln, fragen, weinen, wütend sein, wieder schwarz, wieder dunkel.

Und plötzlich bricht der Himmel auf und schickt einen Regenbogen. Prächtig und über das ganze Tal gespannt. Sie alle sehen ihn und sie hören:

Sprecher: Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch (…) Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen[ mir, eurem] Gott, und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde. (Einheitsübersetzung, 1. Mose 9,12-16)

Es ist, als würde der Himmel sagen: Er ist gut angekommen.

Für einen Moment wird es hell und sie alle sind sich gewiss: Er ist erlöst. Hat sich verwandelt. Ist ein anderer geworden. Der Tod hatte nicht das letzte Wort. Einer hat ihn an die Hand genommen, ihn aus dem Abgrund des Todes gezogen und ihn in den Himmel begleitet.

Unglaublich, aber doch, ja, sie sind gewiss: Er ist erlöst.

Und dann der letzte Gang. Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.

Jetzt ist er weg und doch da. Er ist nicht mehr Mensch mit Blut und Fleisch und Gedanken. Er ist jetzt ein anderer und er wandelt in einem neuen Leben, da sind sie sich sicher.

Keiner weiß genau, was nach dem Tod passiert, aber das Wort Gottes vom Regenbogen und dem Bund zwischen ihm und allem was lebt zeigt für mich: Der Tod ist nicht das Ende.

Das macht ihn nicht weniger schrecklich. Gott gibt kein Lebewesen auf – das lässt mich hoffen, dass es weitergeht und wir aufgehoben sind.

Ihre Judith Uhrmeister, Pfarrerin in Düsseldorf.

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