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Kirche in WDR 5 | 25.11.2016 | 06:55 Uhr

Lachen

Guten Morgen!

In der Bibel wird genau an einer einzigen Stelle gelacht. Nämlich, als Gott dem neunundneuzigjährigen Abraham und seiner nicht minder alten Frau Sara ankündigt, dass sie Eltern werden. Da müssen beide lachen. Es ist einfach absurd. Das Thema Kinderlosigkeit ist ein Dauerbrenner in ihrer Ehe. Sie haben es lange versucht, aber es hat einfach nie geklappt. Abraham hat ein Kind mit einer anderen Frau, aber eben nicht mit seiner geliebten Frau. Es macht die beiden immer noch traurig. Und jetzt mit hundert soll es soweit sein?

Da müssen beide einfach lachen. Quasi aus der Not heraus. Dieses ganze Thema hat so viel Leid bereitet und Tränen verursacht. Der Kinderwunsch ist ein Leben lang nicht in Erfüllung gegangen. Und jetzt, wo der Traum wahr werden soll, da finden beide diese heiß ersehnte Nachricht einfach nur witzig.

Szenenwechsel: Eine Mutter mit drei kleinen Kindern sitzt nach einem irrsinnig anstrengenden Tag mit einer Freundin, ebenfalls Mutter, bei einem Glas Wein zusammen. Beide sind völlig erledigt von Popo abwischen, Windeln wechseln, Küche aufräumen, einkaufen, Kinder hinbringen, Kinder abholen, mehreren Wutanfällen, Streit um den einen gelben Duplostein und dann noch der Platten am Auto.

Und die Prognosen für den nächsten Tag sind in etwa ähnlich.

Da sagt die eine: „Ich zeig dir was!“. Sie holt ihr Tablet raus und ruft ein Internetvideo auf. Es ist ein Stück einer Kabarettistin. Die beschreibt ausführlich typische Alltagskatastrophen im Leben mit kleinen Kindern.

Beide Frauen fangen an zu lachen – so sehr, dass sie sich die Bäuche halten und für einen Moment vergessen, wie anstrengend der Tag war. Die Kabarettistin bringt auf den Punkt, was die beiden in ihrem Alltag oft an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringt. Weil jemand ihre Not benennt, löst sich was. Der nicht gesehene Alltag findet Gehör und Öffentlichkeit. Sie fühlen sich verstanden und das befreit sie und sie können lachen. Die Kabarettistin löst kein einziges ihrer Probleme und doch befreit sie sie davon - nur für einen Moment, aber der ist heilsam.

Befreites Lachen. Hier und heute und in der Bibel. Bei den Nachwuchsproblemen von Sara und Abraham geht es nicht nur um das private Glück zweier Menschen. Die beiden sind Vater und Mutter der Völker, so heißt es in der Geschichte.

Ohne Nachwuchs wäre die Dynastie Gottes ausgestorben. Und die Nachricht über dieses große Glück quittieren die Eltern mit einem Lachen. Gott hat ihre private Not gesehen, endlich. Und er will jetzt sogar helfen. Aber der Zeitpunkt ist wirklich lächerlich. Die beiden lachen sich die Not der Jahrzehnte von der Seele. Und Gott lässt sich beeindrucken von ihrem Lachen. Er selbst gibt dem Kind von Sara einen Namen: Isaak. Das bedeutet im Hebräischen Lachen.

Der Himmel ist also dabei, wenn gelacht wird.

Lachen kann man ja nicht befehlen, aber wünschen kann man es schon.

Ich wünsche Ihnen Lachmomente, die Sie für einen Moment von Ihren Sorgen befreien.

Ihre Judith Uhrmeister, Pfarrerin in Düsseldorf.

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