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Kirche in WDR 5 | 22.04.2017 | 06:55 Uhr

Taufe – Glaubensbekenntnis

Am morgigen Sonntag werden wieder in vielen katholischen Gemeinden die Kinder zur Ersten heiligen Kommunion geführt. Wochenlang, ja Monate lang sind die Kinder darauf vorbereitet worden. Manchmal kommt es vor, dass ein Kind, das zur Erstkommunion angemeldet ist, noch gar nicht getauft ist. Kevin zum Beispiel. Er hat deshalb in der Gemeinde, wo ich Pfarrer bin, erst in der Vorbereitungszeit das Sakrament der Taufe empfangen. Die Taufe ist ja das Tor zu den übrigen Sakramenten, also die Voraussetzung, sie empfangen zu können. Alle Kinder aus Kevins Klasse haben an der Tauffeier teilgenommen. Für alle anwesenden Kinder hatte die Gemeindereferentin Kerzen besorgt. Bei der Tauffeier wurden sie wie die Taufkerze von Kevin an der Osterkerze entzündet. Ganz feierlich war das, als die Kinder mit ihren brennenden Kerzen um den Taufbrunnen standen. Kevin war richtig stolz, als ihm kurz nach der Taufe klar wurde: „Nun bin ich ein Christ wie die anderen!“

Seine Taufe wird er nicht so schnell vergessen – da bin ich mir sicher. Und da hat er einen Vorteil vielen anderen Christen und Christinnen gegenüber. Die meisten sind ja als Kleinkind getauft worden. Die Kindertaufe ist gewiss berechtigt, denn die Taufe ist ein Geschenk Gottes an den Menschen, das er sich nicht verdienen kann.

Ich selbst habe es immer als gut empfunden, dass ich von Kindheit an in den christlichen Glauben hineinwachsen konnte und von allem Anfang an zur Gemeinde dazu gehörte. Andererseits habe ich allerdings keinerlei Erinnerung an meine Taufe. Sie ist ein Ereignis, das ich nur vom Erzählen meiner Eltern kenne. Und ähnlich geht es vielen anderen.

Um das heutzutage ein wenig auszugleichen, gibt es in den Erstkommunionfeiern so etwas wie eine Tauferneuerung. Die Kinder werden dabei vom Priester aufgefordert, vor der gesamten Gemeinde ihren Glauben mit brennenden Kerzen in der Hand zu bekennen. Es ist der Glaube an den Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat und an Jesus Christus, der aus Maria der Jungfrau Mensch geworden ist. Der hat unter Pontius Pilatus gelitten und ist am Kreuz gestorben. Es ist der Glaube an Jesu Auferstehung, an die Gemeinschaft der Heiligen und an das Ewige Leben.

Manchmal wird in den Gemeinden diskutiert, ob denn diese Formulierungen für Kinder angebracht seien und es gibt häufig Versuche, das Glaubensbekenntnis in kindgemäße Formulierungen zu kleiden. Ich vergleiche das Glaubensbekenntnis immer mit Kleidern, die die Eltern für ihre Kinder eine Nummer zu groß kaufen – im sicheren Wissen, dass sie da hineinwachsen. Die Aussagen des Glaubensbekenntnisses sind auch für mich viel zu groß. Ich kann sie nicht alle verstehen und auch nicht so ohne weiteres für meinen persönlichen Glauben übernehmen. Aber es reicht, wenn ich bereit bin, hineinzuwachsen in einen Glauben, den die Kirche seit Jahrhunderten bekennt. Von ihm darf ich annehmen, dass er den Glauben der ersten Christenheit ohne Verfälschung bewahrt hat. Und Fragen an das Glaubensbekenntnis zu haben, finde ich überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil, es zeigt nur, dass ich es damit ernst meine.

Auch die Kinder, die morgen zur Ersten Heiligen Kommunion geführt werden, sollen in den Glauben hineinwachsen. „Fest soll mein Taufbund immer stehen!“ werden sie vielerorts singen. Ihre Erstkommunion ist ein großes Fest – für die Kinder selbst und für ihre Familien, aber auch für ihre Pfarrgemeinden und die Kirche insgesamt. Eine neue christliche Generation wächst da in diesen Kindern heran. Als Pfarrer kurz vor dem Ruhestand werde ich selbst morgen zum ersten Mal seit vielen Jahren keine Erstkommunionfeier leiten. Aber ich bete für alle Erstkommunionkinder. Ich bete dafür, dass der christliche Glaube auch in der kommenden Generation lebendig bleibt und dass der Taufbund fest steht, den Gott mit diesen Kindern geschlossen hat.

Ich bin Pfarrer Heinz-Josef Löckmann und grüße Sie herzlich aus Unna.

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