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Kirche in WDR 5 | 23.08.2017 | 06:55 Uhr

Erneuerung

Guten Morgen!

Von meinem Balkon schaue ich auf die Skyline von Paderborn. Weithin sichtbar: Der Turm vom Dom – 93 Meter hoch, überragt er die Innenstadt und ist ein echtes Markenzeichen der ostwestfälischen Bischofsstadt, ein Zeigefinger Richtung Himmel. Im Moment sehe ich ihn leider nur eingerüstet. Eine große weiße Plane umhüllt ihn und sieht gar nicht schön aus.

Am ganzen Dom wird gebaut. Ein neues Dach hat er schon. Die gesamten Elektroleitungen müssen ausgebessert werden, und auch an der Außenfassade gibt es viel zu tun. Schritt für Schritt wird er quasi „rundumerneuert“.

Ich verstehe dieses Bild vom Paderborner Dom symbolisch: Der eingerüstete Dom steht für die ganze Kirche. Und die entwickelt sich, bleibt nicht so, wie sie war oder ist. Da gibt es Steine, die sind einfach kaputt. Die muss man austauschen. Oder es fehlen Dachpfannen, sodass es reinregnet. Im übertragenen Sinne bedeutet das: Die Kirche von heute muss sich immer wieder erneuern. Sie muss sich auf die heutige Welt einlassen mit ihren Fragen und Gegebenheiten. Und das bedeutet: sie muss sich eben verändern!

„Ecclesia semper reformanda“, die Kirche muss immer reformiert werden, so lautet ein Grundanliegen der Reformation. Auch die katholische Kirche hat das im Zweiten Vatikanischen Konzil aufgegriffen: Die Kirche steht trotz ihrer zweitausendjährigen Geschichte immer am Anfang. D.h. sie muss stets neu anfangen und mit Gottes Hilfe ihren Weg durch die Zeit suchen.

Momentan habe ich den Eindruck, dass dieser Prozess nur mühsam vorankommt. Die Gottesdienste werden immer leerer, die Austrittszahlen sind immer noch sehr hoch, Kinder und Jugendliche fehlen oft ganz in den Gemeinden – sie tauchen jedenfalls nicht auf. Das alles stimmt mich als Priester in dieser Kirche nicht gerade fröhlich.

Ich habe den Verdacht: Die Kirche in Deutschland kümmert sich zurzeit nur um äußere Veränderungen. Da werden Gemeinden zusammengelegt, weil es immer weniger Priester und Gläubige gibt. Da gibt es große Planungsstäbe in den Bistümern und Landeskirchen, um die kirchlichen Verhältnisse an die gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Das ist gut und richtig. Aber alle Hochglanzprospekte und Fünfjahrespläne nützen nichts, wenn die innere, die geistliche Erneuerung ausbleibt. Die Kirche muss auf Gottes Geist vertrauen und von daher mutig neue Schritte gehen.

Der Apostel Paulus schreibt es an seine Mitchristen in der Gemeinde von Rom einmal so:

Sprecherin:

„Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!“ (Röm 12,2)

Genau das wünsche ich mir für meine Kirche: Nicht Angleichung an die Welt und an den Zeitgeist, sondern Verwandlung durch die Erneuerung des Denkens, um den Willen Gottes zu erkennen. Ihn bei allem, was wir als Christen tun, in den Mittelpunkt zu stellen.

Die grundlegendste Reform der Kirche beginnt aber bei mir selbst, in meinem eigenen Herzen. Und das betrifft eigentlich nicht nur mich, sondern jede und jeden einzelnen in der Kirche! Jeder Christ, jede Christin ist berufen, ein „lebendiger Stein“ im Haus der Kirche zu sein. Denn nur so wird sie menschlich. Ich bin überzeugt: Nur so werden sich auch Außenstehende begeistern lassen für diese Gemeinschaft des Volkes Gottes.

Schließlich: Die Kirche ist ja nicht für sich selber da. Sie soll das Evangelium Jesu Christi in der Welt verkünden. Sie soll den Menschen von heute Gottes gute Botschaft weitersagen. Und auf den Himmel zeigen! So wie das bildlich der Turm des Paderborner Doms tut, auf den ich jeden Tag schaue. Und obwohl er gerade eingerüstet ist und renoviert wird, steht er fest da in der Mitte der Stadt, inmitten der Menschen von heute. Für mich: ein Fingerzeig nach oben, als Hinweis auf Gott.

Aus der Domstadt Paderborn grüßt Sie Ihr Pastor Achim Hoppe

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