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Kirche in WDR 5 | 16.12.2017 | 06:55 Uhr

Von Glaubensfreude

Guten Morgen!

Vor ein paar Jahren war ich auf einem Geburtstagsfest eingeladen, bei dem in der Dämmerung auf einer Wiese getanzt wurde. Frauen und Männer sangen Lieder aus vielen Ländern der Erde und bewegten sich in einem großen Kreis. Alle fühlten sich sichtlich wohl. Ich stand etwas abseits, da ich nicht sehr tanzbegeistert bin. Doch nach einiger Zeit wurde ich einfach mit in den Kreis gezogen. Und: Ja, das gemeinsame Tanzen machte Freude, brachte Leichtigkeit, Lebendigkeit.

Der morgige 3. Adventssonntag hat auch mit Freude, mit Leichtigkeit und Lebendigkeit zu tun. Er trägt in der katholischen Kirche den Namen Gaudete. Das heißt: Freut euch! Diese Einladung geht auf Textstellen in der Bibel zurück. Freut euch!, heißt es dort sinngemäß in Briefen an Gemeinden, freut euch, dass Gott in der Welt lebendig wirkt und bei euch ist. Freut euch, euer Leben mit Gott zu leben.

Diese Freude kann leicht verschüttet werden vom Alltagsgeröll. Aber auch vergessen werden in täglichen Verzettelungen. Damals wie heute. Dabei könnte diese Glaubensfreude – tief empfunden – uns Menschen verändern. Unseren Gesichtsausdruck, unsere Stimmlage, unsere Körperhaltung.

Madeleine Delbr?l, französische Sozialarbeiterin in kommunistischen Vierteln von Paris, schreibt in einem Gedicht:

… ich glaube, du (Gott) hast von den Leuten genug, die ständig davon reden,

dir zu dienen – mit der Miene von Feldwebeln,

dich zu kennen – mit dem Gehabe von Professoren,

zu dir zu gelangen nach den Regeln des Sports,

und dich zu lieben, wie man sich nach langen Ehejahren liebt.

(Zitat: Madeleine Delbr?l. Gott einen Ort sichern. Ostfildern 2002. S.71/72)

Die überzeugte Christin fordert neuen Wind in der Beziehung zu Gott. Sie ruft dazu auf, die befreiende Botschaft von Gottes gutem Wirken in ihrer ganzen Frische und Dynamik ins eigene Leben eingehen zu lassen. Sich auf Gottes Kreativität und Geist einzulassen, auch wenn Gottes Wirken nicht berechenbar ist. Dann werden Gesichtszüge gütig und entspannt, Gedanken an Gott prickelnd und aufregend und der eigene Tonfall sanft. Dann kann sich Gottes Liebe im eigenen Leben und damit in der Welt entfalten.

Wir aber, wir vergessen so oft die Musik deines Geistes,

schreibt Madeleine Delbr?l weiter.

Wir haben aus unserem Leben eine Turnübung gemacht.

Wir vergessen, dass es in deinen Armen getanzt sein will,

dass dein heiliger Wille von unerschöpflicher Phantasie ist.

(Zitat: Madeleine Delbr?l. Gott einen Ort sichern. Ostfildern 2002. S.72/73)

Das sind aufrührende Worte. Sie bringen jungen Klang in altgewohntes Denken und provozieren dazu, dem lebendigen Gott einen weiten Platz in der eng begrenzten, normierten Wirklichkeit zu schaffen.

Vielleicht kann die Adventszeit eine gute Zeit des Übens sein, das eigene Gottesbild vom Staub zu befreien. Und vielleicht kann der morgige Sonntag, der 3. Advent, Sie und mich genau dazu einladen: Gaudete! Freut euch!

Es grüßt Sie Petra Fietzek aus Coesfeld.

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