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Kirche in WDR 5 | 20.01.2018 | 06:55 Uhr

Behüte mich wie einen Augapfel

Guten Morgen!

Heute Morgen bin ich aufgestanden, habe geduscht und mich für den Tag fertiggemacht. Wie jeden Morgen seit wenigen Monaten, so musste ich auch heute lächeln. Warum ich mich so freue? Weil ich sehen kann! Weil ich seit einigen Monaten morgens die Augen aufschlage, aufstehe und duschen gehe – ohne alles verschwommen zu sehen oder sofort zur Brille beziehungsweise den Kontaktlinsen zu greifen. Bei einer starken Kurzsichtigkeit ist man ohne Sehhilfe sehr eingeschränkt. Ich selbst kenne es nicht anders - meine erste Brille habe ich schon im Alter von zwei Jahren bekommen. Später kamen dann die Kontaktlinsen, natürlich auch beim Sport oder im Schwimmbad. Inzwischen bin ich 48 Jahre alt und die Augenmedizin hat große Fortschritte gemacht. So habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, meine Augen lasern zu lassen. Ein Entschluss, der gut überlegt sein will, denn Auge und Augenlicht sind äußerst kostbar. Und natürlich bleibt auch bei einem so genannten Routine-Eingriff die Angst vor Komplikationen.

Wenn man dann im OP unter dem Laser liegt und die Linse des Auges hochgeklappt wird, dann bekommen auf einmal die Worte aus Psalm 17 eine ganz besondere, fast buchstäbliche Bedeutung: „Herr, mein Gott, behüte mich wie einen Augapfel im Auge.“ (Psalm 17,8a) Wie selbstverständlich nehme ich sonst meine Augen wahr und dass ich sehen kann. Ich denke im Alltag kaum darüber nach, wie wunderbar sie funktionieren. Und wie geschützt und eingebettet der Augapfel im Auge liegt, damit diesem empfindlichen Körperteil nichts geschehen kann.

Nun bin ich sozusagen „sehenden Auges“ in die Augen-OP hineingegangen. Und mir wird sehr bewusst, wie schutzlos und empfindlich so ein Auge sein kann.

Und das gilt ja für das ganze Leben. Es ist stark und verletzlich zugleich. Wenn meine Gesundheit angegriffen wird, wenn ich einen geliebten Menschen verliere, wenn finanzielle und familiäre Sorgen mich bedrücken, manchmal sogar nieder drücken – dann merke ich das.

Dann sehne ich mich nach Sicherheit und nach Geborgenheit. Ich wünsche mich an einen Ort, wo ich keine Angst habe, nicht traurig bin und mich keine schweren Sorgen belasten. „Gott“, sage ich mit Worten von Psalm 17, „behüte mich wie einen Augapfel im Auge. Lass mich sicher in deiner Geborgenheit ruhen und breite deinen Schutz rund um mich aus, so dass ich nicht untergehe in meinen Ängsten und Sorgen. Aber bitte, schirme mich nicht vor allem ab, damit mein Blick frei bleibt – so wie der Augapfel im Auge geborgen ruht, aber immer noch einen freien Blick in alle Richtungen hat.“

Für mich sind diese wenigen Worte aus Psalm 17 zu einem kurzen Gebet geworden. Ich freue mich jeden Morgen über meine neu gewonnene Sehkraft. Ich danke Gott, dass er mich behütet hat wie einen Augapfel im Auge und auch dem behandelnden Arzt eine ruhige Hand geschenkt hat. Alles ist gut verlaufen und das ist nicht selbstverständlich. Das wünsche ich jeder und jedem heute: Dass Gott Sie behütet wie einen Augapfel im Auge.

Gott befohlen! Ihre Johanna Krumbach, Pfarrerin in Augustdorf.

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