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Kirche in WDR 5 | 17.03.2018 | 06:55 Uhr

Blick von ferne auf das Ziel

Guten Morgen!

Das Ziel, dem er sein ganzes Leben gewidmet hat, wird er nicht mehr erreichen. Er hat sich abgestrampelt, hat sich von ständigen Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Das Ziel hatte er immer vor Augen. Auch als die meisten längst alle Hoffnung aufgegeben hatten. Auch wenn man ihn immer wieder anfeindete, völlig zu Unrecht. Wenn alle bisherigen Erfolge und Fortschritte plötzlich nichts mehr zählten.

Er hat durchgehalten, ist weiter seinen Weg gegangen, oft mutlos und verzweifelt, aber nie gänzlich resigniert.

Nun ist er alt. Das Ziel ist zum Greifen nahe, leuchtend steht es ihm vor Augen. Es ist die bessere Zukunft. Er weiß: Er wird sie nicht mehr erleben. Erst seinen Kindern und Kindeskindern wird die strahlend helle Zukunft leuchten. Er hat dafür den Boden bereitet.

Die Rede ist von Mose, von dem die Bibel erzählt. Er hatte eine gewaltige Aufgabe übernommen: Sein Volk führte er von der Sklaverei in die Freiheit. Ein langer, mühsamer, gefährlicher Weg voller Rückschläge, Not, Streit und Elend. Aber auch ein verheißungsvoller Weg. Auf diesem Weg mühte sich Gott mit seinem auserwählten Volk Israel ab, das immer wieder gegen ihn rebellierte. Gott gab nicht auf. Seinem Volk schenkte er eine heilige und zugleich alltagstaugliche Rechtsordnung. In all dem spielte Mose eine zentrale Rolle. Gott setzte ihn ein, um sein Werk zu tun.

Aber Mose ist kein makelloser Held. In jungen Jahren hatte er einen Mann totgeschlagen. Er zweifelte an sich selbst und sträubte sich zunächst, Gottes Auftrag auszuführen. Und auch später war er nicht frei von Zweifeln an Gott, dessen Macht und Größe er doch immer wieder so stark erfahren hatte. Oft haderte er mit seinem Gott, rechtete und feilschte geradezu mit ihm. Mehr als einmal wollte er die Brocken hinschmeißen. Aber letztlich behielt sein Vertrauen die Oberhand.

Und nun, nach vierzig Jahren Wüstenwanderung, ist Mose am Ende. Vor seinem Tod zeigt ihm Gott das Land der Zukunft, das Land der Freiheit und des Wohlstands. Das Land Kanaan. Mose darf es noch sehen – aus der Ferne, aber nicht mehr betreten.

Mose, so wie ihn die Bibel schildert, ist keine historische Figur. Aber das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, was an diesem Mose deutlich wird: Gott geht mit seinem Volk Israel einen einzigartigen Weg. Christen können diesen Weg nur mit Respekt wahrnehmen. Mose und Gott – ihre Beziehung zueinander entwickelt sich nicht geradlinig. Und gerade deshalb ist ihre Beziehung ein Beispiel dafür, wie ein Mensch an seinem Vertrauen auf Gott festhält. Gott verspricht seinem Volk Israel, es in das Land Kanaan zu bringen. Das gehört zur Geschichte des Volkes Israel, nicht zum Christentum. Aber so wie Mose sich nicht von Gottes Versprechen abbringen lässt, sondern vertraut, so können auch Christen auf Gott vertrauen. Auf seine Zusage, dass er Ja sagt zu jedem Einzelnen, dass er keinen zurückstößt, der sich vertrauensvoll an ihn wendet. Und jeden Einzelnen trotz aller Rückschläge durch Leid und Not hindurch tragen kann.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5:)

Dieses Vertrauen wünscht Ihnen für heute

Ihr Andreas Duderstedt aus Bielefeld.

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