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Kirche in WDR 5 | 04.02.2021 | 06:55 Uhr

Jecke Tage

Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich Ihnen!

Noch lieber würde ich Ihnen ein fröhliches Alaaf oder Helau entgegenrufen.

Denn heute in einer Woche ist Weeverfostelovend.

Aber schon seit Herbst des letzten Jahres steht fest, dass Karneval dieses Jahr ganz anders sein wird.

Ja, schon vor Aschermittwoch ist dieses Mal alles vorbei.

Dabei folgt erst nach dem ausgelassenen Feiern an Karneval die Fastenzeit.

Eine Zeit, die vom Gedanken der Umkehr, des Verzichts und der Buße geprägt ist.

Für viele hat sie gefühlt bereits letztes Jahr im März begonnen:

Und zwar mit dem ersten Lockdown und allem, was danach gefolgt ist.

Und jetzt, wo auch noch das Bützen und Schunkeln fehlt, da frage ich mich als Rheinländer umso drängender: Wann geht diese Ausnahmezeit endlich zu Ende?

Und: wird es trotz Impfstoff so etwas wie eine Rückkehr zur Normalität geben können?

Ja, was würde eine Rückkehr zur Normalität für mich bedeuten?

Vielleicht müsste dem ja etwas vorausgehen?

Etwas, was in der kommenden Fastenzeit ansteht:

die Gelegenheit, mein eigenes Verhalten in Frage zu stellen und neu zu bewerten.

Und das gilt auch für das Karneval-Feiern in meinen Rheinischen Gefilden.

Helfen kann da Wolfgang Niedecken.

Als Urgestalt der Kölner Kultband BAP hat er offen zugegeben, dass manche Songs auf seiner Karnevalsflucht in Bayern geschrieben worden sind.

Dabei habe er als Kölsche Jung gar nichts gegen Karneval.

„Nur gegen das, was sie draus gemacht haben“, meint er.

Ein BAP-Song, der davon handelt heisst „Nit für Kooche“. Im Refrain heißt es:

(Sprecher) „Oh, nit für Kooche, Lück, bliev ich Karneval he.

Nä, ich verpiss mich hück, ich maach nit met dobei“

Nicht für Kuchen will Niedecken also hier bleiben, sondern er macht sich vom Acker, weil er nicht dabei mitmachen will.

Er will fort sein, wenn der letzte Verklemmte ihm das „Du“ anbietet und seine Klosprüche zum Besten geben kann.

Er ist eher skeptisch, wenn manche Leute genau einmal im Jahr seine Sprache sprechen.

Und er kann nicht darüber lachen, wenn die Schlipps- und Krawattenträger fragen, ob ihre Pappnase richtig sitzt.

Mit „Nit für Kooche“ besingen BAP ihre Skepsis gegenüber den Jecken, die sonst im Jahr zum Lachen in den Keller gehen.

Kann ich gut nachvollziehen.

Auch wenn der Song dem Brauchtum des Karneval insgesamt nicht ganz gerecht wird.

Völlig zurecht ist aber doch ein mit Alkohol befeuertes Verhalten abzulehnen, das glaubt,  an den tollen Tagen mal über die Strenge schlagen zu dürfen.

Wenn scheinbar alles erlaubt ist für Leute, die sonst eher kleinkariert und regelkonform unterwegs sind.

Da stimme ich Niedecken zu: „Oh, nit für Kooche, Lück!“

 

Für die folgenden Dinge braucht es nicht die tollen Tage an Karneval:

Die Fähigkeit, auch über sich selber lachen zu können.

Die Haltung, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Die Gnade, mit eigener Fröhlichkeit andere zum Lachen zu bewegen.

 

Wer davon etwas vermag, kann in den nächsten Tagen durchaus Alaaf und Helau rufen!

Und vielleicht darauf hoffen, dass im nächsten Jahr wieder normal Karneval gefeiert werden kann.

 

Aber: was ist schon normal?

Das fragt sich Peter Krawczack aus Düsseldorf



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