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Kirche in WDR 5 | 28.04.2021 | 06:55 Uhr

Fußball ist unser Leben

Guten Morgen,

ich erinnere mich noch gut: Mein Gemeindepfarrer, der war ein echtes Unikum! Das war in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Er war ein hilfsbereiter Mann, engagiert und aufgeschlossen, der gerne über seinen Glauben sprach und auch junge Menschen – wie mich damals – in seinen Gottesdiensten mitreißen konnte. Es gab nur eines, da verstand er keinen Spaß, da konnte er echt zum Berserker werden: Sonntags hatte man in die Kirche zu gehen. Ok. Für viele Katholiken damals hatte die Sonntagspflicht noch einen hohen Stellenwert – ohne Wenn und Aber. Und so legte sich unser Gemeindepfarrer gerne auch mit dem örtlichen Fußballtrainer an: Am Sonntagmorgen sollten keine Fußballspiele stattfinden. Der Sonntag gehörte Gott und damit stand der Gottesdienst an erster Stelle. Mich hat das damals in einen Konflikt geführt: Ich war nämlich gerne Messdiener, kickte aber auch genauso gerne im Fußballverein. Und ich muss gestehen. Auf den Dienst am Altar habe ich dann irgendwann verzichtet. Das Problem hatte ich gelöst. Und der Pfarrer war sauer auf mich. Sein Problem und meine Schuld.Mit diesem Problem stand ich nicht allein. Das haben schon Generationen vor mir erlebt. Und je populärer das Fußballspielen wurde, umso größer der Auszug aus den Gotteshäusern hinein in die Vereine und auch in die Stadien. Zwar versuchten die Kirchenoberen Gesetze zu initiieren gegen den Fußball am Sonntagmorgen, damit niemand vom Gang zur Messe abgehalten würde – aber letztlich erfolgreich waren sie damit nicht. Aber jenseits dieses Konfliktes zwischen Fußball und Kirche: Es gibt auch Verbindendes. Ich denke da an Rituale: Da stehen zigtausende im Stadion auf, um eine Mannschaft zu ehren – und im Gottesdienst erhebt man sich zur Ehre Gottes. Da werden Hymnen gesungen, Fahnen geschwenkt, und auch Sprechchöre gebildet – im Stadion wie in der Kirche. Zugegeben – die Stimmung in der Kirche ist oft nicht so ausgelassen, wie im Stadion. Aber an beiden Stellen geht es doch auch um viel Emotion: Freude und Trauer bei Sieg und Niederlage oder eben bei Hochzeit und Beerdigung. Außerdem gibt es sogar biblische Verbindungen zwischen Glauben und Sport. Der Apostel Paulus wirbt so für den guten Wettkampf (1 Kor 9,24-27): „Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt! Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. Darum laufe ich wie einer, der nicht ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust wie einer, der nicht in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen verkünde und selbst verworfen werde.“ Vielleicht hätte das ja mein alter Pfarrer einmal mehr beherzigen sollen, als er gegen das Fußballspielen am Sonntagvormittag wetterte. Denn Paulus sagt dann noch an einer anderen Stelle (2 Tim 2,5): „Wer an einem Wettkampf teilnimmt, erhält den Siegeskranz nicht, wenn er nicht nach den Regeln kämpft.“ Das sind doch Lebensweisheiten die gelten, ob auf dem Fußballplatz in der Kirche oder sonst im Leben. Ach ja – und obwohl ich damals das Fußballspielen dem Messdienen vorgezogen habe: Da ist doch einiges an christlicher Haltung bei mir hängengeblieben. Wofür Fußball und Kirche nicht doch alles gut sind.

Es grüßt Sie Hans Ulrich Nordhaus aus Cappenberg

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