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Kirche in WDR 5 | 05.06.2021 | 07:55 Uhr

Stille und Tun – Maria und Marta

Guten Morgen!

Stellen Sie sich mal vor: Jesus kommt zu Ihnen zu Besuch. Zu Ihnen nach Hause, persönlich. Jesus aus Nazareth, von dem viele sagen, er sei Gottes Sohn.

Wie würden Sie sich verhalten? Natürlich kann jeder sagen, er sei Jesus. Aber setzen wir voraus, er ist es wirklich. Vielleicht wäre Ihnen das gleichgültig. Vielleicht wäre Ihr erster Gedanke: Hoffentlich schleppt er mir kein Virus an, er treibt sich ja viel herum. Vielleicht wären Sie verlegen oder unsicher. Vielleicht würden Sie sich auch freuen und ihn so manches fragen, was Sie schon immer wissen wollten. Gottes Sohn müsste es doch wissen.

Eine Geschichte, in der zwei Frauen Besuch von Jesus bekommen, ist in der Bibel nachzulesen. (Die Bibel, Lukas 10,38ff) Es sind Schwestern. Maria und Marta heißen sie. Und sie reagieren ganz verschieden. Was sie verbindet: Sie freuen sich über den Besuch. Ansonsten könnte der Kontrast nicht größer sein. Maria setzt sich hin und hört Jesus zu. Sie will kein Wort versäumen von dem, was er zu sagen hat. Marta aber will den lieben Gast gebührend bewirten und legt sich mächtig ins Zeug. Sie will etwas Gutes auftischen, das ist ihre Stärke und ihr Ehrgeiz, sicher hat er Hunger, er war ja lange unterwegs. Also fuhrwerkt sie mit Töpfen und Pfannen herum, läuft in den Garten, in den Keller, putzt und schabt, brät und rührt, tut und macht. Plötzlich wird ihr bewusst: Wo ist eigentlich Maria? Sie könnte ja wohl mal mithelfen. Aber nein, da sitzt sie und merkt überhaupt nicht, dass ihre Schwester die ganze Arbeit allein macht.

Marta platzt der Kragen. Von der Arbeit und vor Zorn sind ihre Wangen gerötet. So tritt sie zu Jesus und stößt hervor: „Ist es dir egal, dass meine Schwester mich alles allein machen lässt? Willst du ihr nicht sagen, sie soll mir helfen?“ Für einen Augenblick ist es ganz still. Dann sagt Jesus freundlich: „Ach Marta, du machst dir so viele Sorgen und Mühe. Doch eins ist notwendig. Maria hat das Gute gewählt. Das wird ihr niemand mehr wegnehmen.“

Mir tut Marta fast leid. Sie will es doch richtig schön machen, sie gibt sich so viel Mühe. Ihr Ärger über Maria ist verständlich. Aber Jesus nimmt Maria gegenüber der tatkräftigen Schwester in Schutz. Maria spürt: Hier ist die Quelle des Lebens, hier geht es um etwas Großes, Einzigartiges, hier erfahre ich, was mich und andere hält und trägt.

Martas Energie, den Gast zu bewirten, ist nicht gering zu achten. Sie tut, was ihren Fähigkeiten und ihrem Naturell entspricht. Aber die sanfte Mahnung, die Jesus ausspricht, macht ihr bewusst: Tun und Machen ist nicht alles.

Die beiden Schwestern könnten sich ergänzen. Aktives Handeln und Besinnung gehören zusammen. Wenn ich mich der Stille aussetze, wenn ich bete oder über einen Text aus der Bibel nachdenke, dann kann ich spüren, wie sich mein Blick auf den Alltag verändert. Und wie ich Kraft bekomme für das, was ansteht.

 

 

Dass Sie heute erfahren, wie die Stille den aktiven Alltag bereichert, wünscht Ihnen

Ihr Andreas Duderstedt aus Lemgo.

  

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze 

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