Aktuelles

Beiträge auf: wdr5 

evangelisch

Das Geistliche Wort | 17.10.2021 | 08:40 Uhr

DIESER BEITRAG ENTHÄLT MUSIK, DAHER FINDEN SIE HIER AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN KEIN AUDIO.

Betty Reis

Autor: In diesem Jahr wäre sie einhundert Jahre alt geworden. Betty Reis. Wer bei mir zuhause in Wassenberg die Gesamtschule besucht, stößt auf einen Gedenkstein mit ihrem Namen. 

 

O-Ton 01 Lara: Betty Reis war ein jüdisches Mädchen, sie ist 1921 hier bei uns in Wassenberg geboren und wurde verfolgt, ihre ganze Familie wurde verfolgt. 

 

Autor: Lara Schmitz geht heute auf die Betty-Reis-Gesamtschule. Sie besucht die Oberstufe und macht bald Abitur. Betty Reis ist 12 Jahre alt, als die Nazis an die Macht kommen, sie ist 17, als auch in Wassenberg die Synagoge brennt. Bald überschlagen sich die Ereignisse.

 

O-Ton 02 Lara: Sie war dann irgendwann in Solingen, hat da als Kindermädchen gearbeitet. Ihr Bruder hat es geschafft zu flüchten, wollte sie mitnehmen und sie hat gesagt Nein, ich kann meine Familie nicht alleine lassen und wurde dann eben ins KZ gebracht, wo sie dann auch umgekommen ist. 

 

Autor: Im Eingangsbereich der Schule hängt eine Gedenktafel. Schon die Kinder in der fünften Klasse stoßen darauf bei einem ersten Rundgang durch die Schule. Maren Mustert kann sich erinnern.

 

O-Ton 03 Maren: Dazu wurde uns dann eben erzählt, wer Betty Reis war, und eben auch dieser Gedenkstein erklärt, dass der in zwei gebrochen ist und eine Hälfte hier bei uns und eine andere Hälfte eben in Bergen-Belsen zu Betty Reis steht. 

 

Autor: Jedes Jahr fahren 40 Jugendliche aus den achten Klassen dorthin, ins KZ Bergen-Belsen. 

 

O-Ton 04 Maren: Ich war da ja selber auch. Und da hält man dann eben auch eine Gedenkfeier ab und eine Schweigeminute um den Stein herum.

 

Autor: Vor dreißig Jahren, als alles begann, war es ein Vorschlag der evangelischen Kirchengemeinde, der Gesamtschule in Wassenberg auch einen Namen zu geben und so an das jüdische Mädchen zu erinnern. Der Name Betty Reis hat hier viele Jugendliche geprägt.

 

O-Ton 05 Lara: Für mich war es immer dieser Kontrast, dass Betty Reis, ein Mädchen genauso alt wie ich, sowas Schreckliches erleben musste und ich heutzutage Gott sei Dank in Frieden leben darf. Und ich denke, dass wir so die Dinge rund um den Holocaust nie vergessen dürfen, damit sich sowas eben nicht nochmal wiederholt. 

 

Autor: Mich beeindruckt das. Eine Schule hält die Erinnerung wach. Jugendliche lernen anhand der Geschichte eines Mädchens, das in ihrer Stadt groß geworden ist. Wenn ich heute einkaufen fahre zu einem der großen Supermärkte, komme ich durch die Straße, wo Familie Reis gewohnt hat. Vor 100 Jahren. Es sind die 1920er Jahre.

 

Musik: Irgendwo auf der Welt

Titel: Irgendwo auf der Welt; Interpret: The Comedian Harmonists; Musik: Werner Richard Heymann; Text: Robert Gilbert; Label: Europe 1998 / Golden Century Music 2019

2:16-2:50 = 0:34

 

Autor: Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück. Familie Reis träumt von ihrem Glück in der Kleinstadt Wassenberg, am Niederrhein nahe der holländischen Grenze.

 

Sprecher: „Vor dem unterzeichnenden Standesbeamten erschien der Metzger und Viehhändler Willi Reis und zeigte an, dass von der Else Reis, geborene Hertz, in seiner Wohnung am 15. Juli 1921 nachmittags um 07:00 Uhr ein Mädchen geboren worden sei.“ 

 

Autor: Die kleine Tochter bekommt den Namen Betty. Ihre Geburtsurkunde liegt noch im Rathaus von Wassenberg. Betty Reis wächst in der Brühlstraße auf, Nummer 187. Sie hat einen Bruder, Walter, und außer ihren Eltern wohnt noch ihr Onkel Karl Hertz mit im Haus. Es gibt einen Schrebergarten und ein paar Ställe für Kühe, Kälber und Ziegen. Ihr Vater hat im Ersten Weltkrieg gedient und ist mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet worden. Im Wassenberg der 1920er Jahre ist Antisemitismus noch ein Fremdwort. Die jüdische Gemeinde hat 27 Mitglieder, weitere fünf wohnen im Nachbarort Birgelen. Die kleine Synagoge liegt mitten in der Stadt und wird geachtet. Und umgekehrt: Wenn in Wassenberg die Kirmes oder das Schützenfest gefeiert wird, dann ist Familie Reis dabei. Einen Zwischenfall gibt es bei der Reichstagswahl 1924, da schmieren Nazis ein Hakenkreuz an ein Fachwerkhaus in der Löffelstraße, das Juden gehört. Aber dennoch: Die Stimmung in Wassenberg ist nicht antijüdisch. Hätte man solchen Anfängen wehren sollen, früh, rechtzeitig? Wenn in gut drei Wochen, am 9. November, die heutige Schülersprecherin der Betty-Reis-Gesamtschule am Platz der alten Synagoge ihre Rede hält, dann wird mir wieder diese Frage durch den Kopf gehen. Wehret den Anfängen: Wann zuckt man bloß mit den Schultern und lässt Dinge geschehen und wann muss man widersprechen, laut und deutlich?

 

Musik: Einmal schafft´s jeder

Titel: Einmal schaffts jeder; Interpret: Comedian Harmonists; Musik: Werner Richard Heymann; Text: Walter Reisch; Marschfoxtrott a.d.Tonfilm "Der Blonde Traum"; Label: "His Master's Voice" (rpm78) / ZYX Music 2004

4:46-5:19 = 0:33

 

Autor: Einmal schafft’s jeder? Nur auf dich selbst kommt es an? Betty kommt 1928 in die Schule und geht wie alle jüdischen Kinder in die evangelische Volksschule. Sie hat Freundinnen und Freunde, sie scheint sich wohlzufühlen. Ihr Lehrer, Karl Paulussen, behandelt die jüdischen Kinder vor 1933 ganz normal, so wird erzählt, manchmal sogar wohlwollend. Doch einmal bekommt Betty in dieser Zeit vorgeführt, dass sie jüdisch ist. Da ist sie acht Jahre alt und darf sich von einem anderen Kind einen Roller ausleihen. Begeistert fährt sie über den Platz vor dem Rathaus. Das sieht ein SA-Mann. Er kommt herbei und brüllt: „Wer hat der Jüdin den Roller gegeben?“ Er entreißt ihr den Roller und wirft ihn gegen die Rathausmauer. 1929. Noch herrscht keine Pogromstimmung in Wassenberg. Aber es gibt immer wieder mal eine deutliche Diskriminierung. 

Die Schule, die heute in Wassenberg den Namen von Betty Reis trägt, ist eine „Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage“. Ein besonderer Titel. Wenn mir die Jugendlichen heute von ihren Aktionen erzählen, was sie tun gegen Rassismus und Diskriminierung auf dem Schulhof, dann muss ich an diese kleine Szene denken. Was Betty Reis damals auf dem Platz vor dem Rathaus erlebt hat. „Wer hat der Jüdin den Roller gegeben?“ – so hat es angefangen.

 

Musik: Jiddish Waltz

Titel: Jiddish Waltz; Komposition: Albert Lennard, John Nanton & Ty Ardis; Interpret: Klezmer Music; Album: The World of Authentic Jewish Music Poetry; Label: Mediaphon; LC: 06616

6:32-7:14 = 0:42

 

Autor: Auch in Wassenberg ändert sich vieles mit der Machtergreifung der Nazis 1933. Der Lehrer Karl Paulussen will Karriere machen und wird jetzt ein geradezu fanatischer Antisemit. Er holt die Kreuze aus den Wassenberger Schulen und hängt Hitler-Bilder auf. Seine übereifrigen Schulungen bei der Hitlerjugend sind bald berüchtigt. Die meisten Mitschülerinnen und Mitschüler von Betty sind jetzt in den Jugendorganisationen der Nazis. Sie wird geschnitten, manchmal beleidigt, weil sie jüdisch ist. 

1935 wird an der Schule das Fach Rassenkunde eingeführt. Betty hat rotblonde Locken, sie sieht eher nordisch aus. Einmal lässt der Lehrer Karl Paulussen seine Schüler Körper und Gesicht vermessen, um ihnen die von den Nazis postulierte „nordische Rasse“ zu bestätigen. Betty darf gar nicht erst mitmachen. Walter Halbach aus ihrer Klasse erinnert sich: 

 

Sprecher: „Betty tat uns leid. Sie war ein sympathisches Mädchen mit einem fröhlichen Wesen. Sie war tierlieb, hilfsbereit und besaß viel Herzenswärme wie ihre Mutter. Nun wurde alles für sie dunkel.“ 

 

Autor: 1936 wird Betty aus der Volksschule entlassen. Sie versucht, Arbeit zu finden, aber in Wassenberg kennt sie jeder, und ein jüdisches Mädchen stellt niemand ein. 1937 beschließt sie, bei der jüdischen Familie Terack in Solingen-Ohligs eine Stelle als Kindermädchen anzunehmen. Ihr Bruder Walter beginnt ebenfalls in Solingen eine kaufmännische Lehre. 

 

Musik: Jiddish Waltz

8:31-9:03 = 0:32


 

Autor: Am 9. November 1938 brennen in ganz Deutschland die Synagogen, Geschäfte werden zerstört und geplündert, tausende Männer und Frauen werden verhaftet. Am Morgen des 10. November will die Wassenberger SS nachholen, was im ganzen Land am Abend zuvor geschehen ist. Gegen 10 Uhr marschieren die Männer unter Führung von Adolf Beckers zur Synagoge. Drinnen werfen sie das gesamte Mobiliar um, kippen Petroleum darüber und stecken das Gotteshaus in Brand. Dann kommt es zu einer Szene, an die sich viele in Wassenberg erinnern, die damals alles miterlebt haben. Max Graab nähert sich den Brandstiftern und schreit sie an:  

 

Sprecher: „Ihr seid Verbrecher! Ihr seid Gotteslästerer! Glaubt nur, dass euch das eines Tages heimgezahlt wird. Der Gott der Juden ist auch unser Gott!“ 

 

Autor: Betty und Walter Reis erleben die Reichspogromnacht in Solingen. Betty wird aus dem Haus ihrer Gastfamilie gerissen, wo sie als Kindermädchen arbeitet, und von Männern der SS und SA in einen „Auffangkeller“ verschleppt. Man kann nur ahnen, was hier mit dem 17jährigen Mädchen geschieht. Über einen Freund gelingt es ihrem Bruder Walter, sie ausfindig zu machen und nach zwei Tagen herauszuholen. Er erkennt seine Schwester kaum wieder. Sie scheint körperlich und seelisch Unvorstellbares durchgemacht zu haben. Damals bringt Walter seine kranke Schwester nach Hause zu ihrer Mutter. Manche in Wassenberg raten der Familie, zu emigrieren. Walter verlässt seine Heimat tatsächlich. Am 17. März 1939 geht er zu Verwandten nach Venlo in die Niederlande und von dort nach England. Betty will zunächst bei ihrer Familie bleiben. Im Winter 1939/40 versucht sie, doch zu fliehen und bei Effeld über den Rothenbach nach Holland zu kommen. Zwei Fluchtversuche scheitern. In den Dörfern und Städten werden nun die jüdischen Familien in sogenannten Judenhäusern zusammengebracht. Betty ist inzwischen 20 Jahre alt. Amtliche Unterlagen zeigen, dass sie in einem Lager für jüdische Zwangsarbeiterinnen in Stolberg bei Aachen gearbeitet hat. 1942, nach der berüchtigten Wannseekonferenz, werden alle Frauen in die Vernichtungslager der Nazis im Osten deportiert. Betty landet zunächst im jüdischen Ghetto in Lodz. Dort arbeitet sie in einer Werkstatt als Uniformschneiderin. Betrieb Nr. 26, Schneiderei, Rembrandtstraße 14. Eine kriegswichtige Produktion. Aber es sind ärmliche Verhältnisse: Hunger, Infektionskrankheiten und Typhus breiten sich aus. Anfang 1944 wird auch die Uniformschneiderei aufgelöst. Betty kommt zunächst nach Auschwitz und im Herbst 1944 mit einem Frauentransport ins KZ Bergen-Belsen. Hier sind Anfang Dezember etwa 8000 Frauen und Mädchen zusammengepfercht. Eine von ihnen ist Anne Frank, heute in aller Welt bekannt durch ihr Tagebuch, eine andere ist Betty Reis, 23 Jahre alt, aus Wassenberg. Zwei Postkarten, die sie von dort abschickt, sind ihre letzten Lebenszeichen: eine an ihren Onkel Max Hertz und eine an Elisabeth Graab zuhause in Wassenberg.

 

Musik: Es in Memoriam

Titel: Es in Memoriam; Komposition: Nils Landgren; Interpret: Nils Landgren Funk Unit; Album: Funk Is My Religion; Label: 2021 ACT Music+Vision GmbH+Co.KG; LC: 

12:03-13:14 = 1:11

 

O-Ton 06 Hermann: Andere Schulen machen ja auch historisch-politische Bildung und sie gedenken auch der Reichspogromnacht. Aber wir können eben immer von einer persönlichen Geschichte, die hier in Wassenberg stattgefunden hat, ausgehen. Dass wir fragen dürfen als Fünftklässler „Wer war denn Betty Reis?“ Dass wir uns mit der Geschichte im 8. Jahrgang genauer beschäftigen dürfen, in Bergen-Belsen, wenn wir uns mit anderen Jugendlichen und Kindern in Konzentrationslagern beschäftigen.

 

Autor: So Ludger Hermann, der Didaktische Leiter an der Betty Reis-Gesamtschule. Die Geschichte von Betty Reis ist mit dem Krieg nicht zu Ende. Heribert Heinrichs, geboren 1922, ist mit Betty Reis in Wassenberg aufgewachsen. Er wird Professor für Medienpädagogik in Hildesheim und recherchiert Stück für Stück die Geschichte von Familie Reis. Er hält Vorträge über Betty, nicht nur zuhause, sondern auch in Bergen-Belsen und sogar in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Schließlich schlägt das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde in Wassenberg vor, die neue Gesamtschule nach Betty Reis zu benennen. So bleibt ihre Geschichte lebendig. 

 

Musik: Irgendwo auf der Welt (Nina Hagen)

Album: Nina Hagen & The Capitol Dance Orchester: Irgendwo auf der Welt; Interpretin: Nina Hagen; Titel: Irgendwo auf der Welt (Track 1); Musik: Werner Richard Heymann

Text: Robert Gilbert; Label: Universal Music Group / Island Records 2006; LC:  00407

14:20-14:48 = 0:28

 

Autor: „Irgendwo auf der Welt“ – das Lied wird in den 30er Jahren zu einer Sehnsuchts-Hymne vieler Menschen im Exil. Walter Reece, Bettys Bruder Walter Reis, 1939 über die Niederlande nach England geflohen, ist am Ende nach Kanada ausgewandert. Hier sucht er ein anderes Leben und ein neues Glück. Mehr als fünfzig Jahre nach der Reichspogromnacht, ist er bereit, seine alte Heimatstadt Wassenberg zu besuchen. Ludger Hermanns erinnert sich an seine ersten Begegnungen mit Walter Reece: 

 

O-Ton 07 Hermann: Ich glaube, es war sein zweiter Besuch, als ich ihn kennenlernte, da war er schon sehr versöhnlich und hat sich so gefreut über die damaligen Schülerinnen und Schüler, wie sie eben mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland umgegangen sind. Und er hat dann auch Anekdoten erzählt, dass er Lieder mochte aus dieser Zeit und hat sich nochmal neu mit dem Deutschen beschäftigt.

 

Autor: Walter Reece besucht die Schule in den folgenden Jahren regelmäßig, um als Zeitzeuge mit Schülerinnen und Schülern zu sprechen. 

 

O-Ton 08 Hermann: Diese Möglichkeit zur Versöhnung, die war möglich, weil er die jungen Menschen hier gesehen hat und wieder betont hat, dass es kaum etwas Stärkeres geben könne zur Verarbeitung der Diktatur in Deutschland als eine Schule. Eine Bildungsinstitution nach dem Namen seiner Schwester zu benennen.

 

Autor: Damals, im November 1938, werden Schülerinnen und Schüler aus der Volksschule in Wassenberg zum Standort der Synagoge geführt. Sie sollen sehen, dass sie abgebrannt ist. Heute gestalten die Jugendlichen von der Betty-Reis-Gesamtschule genau dort die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht. 

 

O-Ton 09 Luna: Da versammelt sich zum einen der 8. Jahrgang und teilweise auch wie z.B. unser Team von Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage. Es werden Leute eingeladen. Beispielsweise der Bürgermeister ist jedes Jahr eingeladen. Leute aus dem Heimatverein hier und auch Zeitzeugen, die damals miterlebt haben, wie die Synagoge abgebrannt ist. Und die letzten Jahre habe ich als Schülersprecherin dann eine Rede gehalten unter dem Motto, das ich der 8. Jahrgang ausgesucht hat. Letztes Jahr war das beispielsweise "sei ein Feuerlöscher, wenn es brennt", und im Jahr davor war es "Mensch, Wassenberg, Vergiss nicht, wir sind alle Menschen!"

 

Autor: Für Luna Ongaro, die Schülersprecherin, ist das eine wichtige Pflicht.

 

O-Ton 10 Luna: Die Pflicht, die wir durch den Namen Betty Reis tragen. Die Pflicht, die wir haben, weil in Wassenberg so was direkt vor der Haustür passiert ist. Und in diesen Reden geht es eben darum, wie man die Menschen zusammenbringt, dass man zusammen für etwas einsteht und zusammen dafür kämpft, dass sowas nie wieder passiert.

 

Autor: Am Ende seines Lebens setzt Walter Reece noch ein besonderes Zeichen der Versöhnung. Er verfügt, dass ein Teil seiner Asche auf dem jüdischen Friedhof in Wassenberg beigesetzt werden soll. Außerdem bringt seine Frau Ellen einen kleinen Setzling mit. Ein kanadischer Ahorn aus ihrem Garten, der dort auf dem Friedhof eingepflanzt wird. Regelmäßig besuchen die Schülerinnen und Schüler auch diesen Ort. Ein Gedenkstein erinnert jetzt an die beiden Geschwister, Betty und Walter Reis. Lara Schmitz weiß noch genau, wie das für sie war, auf dem Friedhof zu stehen vor diesem Gedenkstein.

 

O-Ton 11 LaraUnd natürlich spielen da Emotionen wie Trauer, aber auch Wut irgendwie eine Rolle, weil man irgendwie wütend ist, dass es solchen Menschen, die ja vor 100 Jahren gelebt haben, aber die genauso alt sind quasi wie ich, dass es denen widerfahren musste. Also ich war wütend und trauervoll. 

 

Autor:. Für sie und die anderen Schülerinnen ist die Geschichte von Betty Reis eine Geschichte für heute. 

 

O-Ton 13 Lara: Durch die ganzen Aktionen werden wir alle hier zu mündigen Bürgern erzogen und zu europäischen Bürgern, zu Bürgern, die nicht rechts wählen. Und ich denke, gerade weil wir wissen, was damals mit Betty Reis mit der Familie Reis mit jüdischen Mitbürgerinnen in ganz Deutschland passiert ist, wird uns allen bewusst sein, dass man sich immer noch heutzutage dagegenstellen muss. 

 

Autor: Aus der Betty Reis-Gesamtschule in Wassenberg grüßt Sie Rundfunkpfarrer Titus Reinmuth.

 

Musik: Kamala

Titel: Kamala; Komposition: Nils Landgren; Interpret: Nils Landgren Funk Unit; Album: Funk Is My Religion; Label: 2021 ACT Music+Vision GmbH+Co.KG; LC: 

18:53-20:00 = 1:07

 

 

 

Quelle: Heribert Heinrichs, Betty Reis (1921 – 1944). Leben und Leiden eines jüdischen Mädchens aus Wassenberg, Geilenkirchen 1993

 

evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen