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Kirche in WDR 5 | 13.11.2021 | 06:55 Uhr

Auf Empfang - Dem Himmel entgegen

Guten Morgen!

Eine surreale Szene, nachts am Strand. Männer, die ihre Handys dem Himmel entgegenstrecken. Warten auf Empfang. Das World Press Photo des Jahres 2013 des Amerikaners John Stanmeyer zeigt Flüchtlinge in Somalia. Sie alle warten auf Handyempfang, um mit Familie und Freunden daheim telefonieren zu können. Ein Bild der Verlorenheit und zugleich Ausdruck einer Sehnsucht nach Verbindung, nach Verbundenheit mit denen, die sie lieben – und von denen sie hoffen, nicht vergessen zu sein.

Es ist dies ein Grundbedürfnis von uns Menschen, denn wir leben doch von Beziehungen: von dem Vertrauen, dass es da jemanden gibt, dem wir nicht gleichgültig sind; dass uns jemand hört, dem wir uns mitteilen können, und der Antwort gibt, wenn wir rufen – und wenn es nur per Handy geht, im Schutz der Dunkelheit, bei schlechtem Empfang.

So viele Menschen auf der Flucht, viel zu viele. Familien, die auseinandergerissen werden. Junge Männer, die sich allein durchschlagen, immer in der Hoffnung, die Familie irgendwann nachholen zu können. Unbegleitete Minderjährige, traumatisiert von den schrecklichen Erlebnissen, über die sie mit niemandem sonst sprechen können … Was gibt ihnen allen die Kraft durchzuhalten? Daran zu glauben, dass all das, was sie durchmachen, im Letzten einen Sinn hat?

Jene schemenhaften Gestalten am Strand in Somalia, die ihre Handys zum Himmel strecken: Sie sind für mich lebendiger Ausdruck eines Psalms, den ich schon so oft gebetet habe, und der vor diesem Hintergrund doch eine ganz neue und eindringliche Botschaft entfaltet (Ps 27, 7-10):

Sprecherin: „Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und gib mir Antwort! Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht! Dein Angesicht, HERR, will ich suchen. Verbirg nicht dein Angesicht vor mir…! Du wurdest meine Hilfe. Verstoß mich nicht, verlass mich nicht, du Gott meines Heils.“

Ich bin sicher, dass Gott mich hört, wenn ich zu ihm rufe. Dass meine Worte, ob ausgesprochen oder unausgesprochen, nicht einfach in eine dunkle Leere hineingehalten sind, sondern dass da jemand ist, der mich kennt, der mich versteht, dem ich all meine Gefühle und Gedanken anvertrauen kann. Und oft mache ich die erstaunliche Erfahrung: Indem ich meine Worte an Gott richte, werde ich innerlich ruhig, ordnen sich meine Gedanken und ich sehe klarer und verstehe besser, worum es geht, wie es weitergeht, was die nächsten Schritte sind.

Jene Menschen auf dem World Press Photo am Strand von Somalia, die sich in der Fremde dem Himmel entgegenstrecken sind für mich zum Sinnbild geworden: ihre Fragen und Sorgen, ihre Ängste und Freuden halten sie in den Himmel hinein. Sie halten danach Ausschau, woher ihnen Antwort kommt: ein Wort der Ermutigung, ein Zeichen der Vertrautheit, ein Zuspruch aus Liebe.

„Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen“, so heißt es in demselben Psalm (Ps 27, 11), und für viele diese Männer ist diese Verlassenheit ganz real, so gilt doch: „Der HERR nimmt mich auf. Weise mir, HERR, deinen Weg, leite mich auf ebener Bahn.“

Die Menschen auf dem World Press Photo sind für mich ein Bild für die Gemeinschaft derer, die den Namen Gottes anrufen und darauf vertrauen, dass er ihnen Antwort gibt, Orientierung und Perspektive für ein Leben auch in der Fremde. Es ist ein himmlischer Fingerzeig in den Umbrüchen, Ungewissheiten und Wirrnissen auch unserer Tage. Und wenn auch manches im Unklaren bleibt, wenn ich auch in Zukunft mit Widerständen, Rückschlägen und Enttäuschungen rechnen muss: Gott wird schon wissen, wohin mein Weg mich führen wird. Mit ihm an der Seite schiebt sich der Weg im Gehen unter die Füße. Oder noch einmal mit den Worten des Psalms (Ps 27,13-14):

Sprecherin: „Ich aber bin gewiss, zu schauen die Güte des HERRN im Land der Lebenden. Hoffe auf den HERRN, sei stark und fest sei dein Herz! Und hoffe auf den HERRN!“

Ich bin Peter Klasvogt aus der Kommende Dortmund. Kommen Sie gut durch diesen Tag!

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