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Kirche in WDR 5 | 27.11.2021 | 06:55 Uhr

Reiß die Himmel auf

Es ist schon spannend, was Archäologen bei ihrer Arbeit so ans Tageslicht befördern. Im Jahr 2012 fanden beispielsweise Arbeiter in England unter einem Parkplatz die Gebeine von König Richard III.

Nicht ganz so spektakulär war vor vierzig Jahren ein anderer Grabesfund in Deutschland: In Trier fanden Archäologen unterhalb der Jesuitenkirche das Grab von Friedrich Spee von Langenfeld. Das Grab des Priesters war Teil eines Massengrabes gewesen.

Als ich kurz nach dem Auffinden des Grabes mit meinem Studium in Trier begann, war die Aufmerksamkeit immer noch groß für Person und Werk von Friedrich Spee. Wer war dieser Mann? Geboren wurde Spee vor 430 Jahren in Kaiserswerth. Heute gehört das zu Düsseldorf. Später ging Spee in Köln zum Dreikönigengymnasium. Deshalb befindet sich heute an den Gebäuden der ehemaligen Schule eine Bronzeplatte, die an Friedrich Spee erinnert. Daran komme ich jedes Mal vorbei, wenn ich auf dem Weg zu meinem Büro bin.

Was ist das Besondere an Friedrich Spee? Spee ist durchaus eine schillernde Persönlichkeit mit vielen Begabungen. Er ist Priester, Jesuit, Professor für Moraltheologie und engagierter Kämpfer gegen den Hexenwahn seiner Zeit.

Heute ist Friedrich Spee wohl am meisten durch seine Gedichte bekannt, von denen einige vertont worden sind. Auch das neue Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ kennt einige dieser Lieder, die immer noch gern gesungen werden. Besonders gern mag ich das Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf,“ auch wenn das Lied nicht gerade einen frohen Unterton hat. Das lässt bereits der Titel des Lieds vermuten: „O Heiland, reiß die Himmel auf.“ Damit greift der Dichter auf einen Vers aus dem Buch Jesaja zurück: „Taut, ihr Himmel, von oben, / ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! (Jes 45,8). Doch Spee spricht nicht von einem sanften Tau, der vom Himmel regnen müsse. Er fordert den Himmel auf, sich zu öffnen und aufzureißen, damit Hilfe kommen kann. Weil die Not übergroß ist.

Not und Bedrängnis waren damals tatsächlich sehr groß, als Spee sein Adventslied geschrieben hat. Denn der Priester und Theologe Spee erlebt die Hölle des 30-jährigen Krieges. Seine persönlichen Erfahrungen finden Niederschlag in dem Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf“. Dieses Lied ist ein einziger Flehruf in endlosen Schlachten und Hungersnöten, unter denen die Menschen leiden. Inmitten des Liedes erhebt sich der Ruf nach Licht in der Finsternis und Trost im Jammertal. Voller Ungeduld fragt das Lied: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt?“

Ich frage mich: Warum findet das Lied heute noch Anklang? Vielleicht, weil es auch heute der Befindlichkeit vieler Menschen entspricht. Weil Menschen in Konflikten leben, von Katastrophen heimgesucht werden und allen Grund zur Klage haben. Vielleicht trotz allem aber auch – Erwartungen haben.

Spee ist Theologe und Dichter, aber nicht nur ein Mann gelehrter oder schöner Worte. Denn überall, wo er im 17. Jahrhundert hinkommt – und er kommt viel herum – geht er zu den Menschen in die Hospitäler und Gefängnisse. Die sind nicht nur mit Kriegsversehrten voll, sondern auch mit Pestkranken. Denn zu allem Übel wütet auch noch der schwarze Tod. Der Priester hält sich nicht vornehm zurück, sondern hört den Menschen zu und spendet unermüdlich die Sakramente. Er betet für die Sterbenden, damit sie „aus dem Elend zu dem Vaterland“ – ins ewige Leben gelangen. Eines Tages steckt sich Friedrich Spee selbst an und stirbt mit 45 Jahren.

Als Spees Gebeine vor vierzig Jahren unter der Trierer Jesuitenkirche wiedergefunden werden, bettet man sie in einen antiken Steinsarkophag um. Auf dem Gitterstein, durch den man auf den Sarkophag schauen kann, ist ein Schmetterling abgebildet. Er ist ein uraltes Symbol für die Hoffnung auf die Auferstehung, die zum Kern des christlichen Glaubens gehört: Denn so wie die Raupe sich verpuppt und in einen Schmetterling verwandelt, so wird sich der Leib des Menschen, wenn er stirbt, in einen anderen Leib hinein verwandeln.

Ein gutes erstes Adventswochenende wünscht Ihnen Eva-Maria Will aus Köln.

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