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evangelisch

Kirche in WDR 5 | 29.11.2021 | 06:55 Uhr

Sei du selbst!

Guten Morgen,

es war einmal ein fröhlicher Gaukler. Er springt und tanzt und läuft auf den Händen. Den ganzen Tag macht er Straßenkunst. Und die Leute haben Spaß, wenn sie ihn sehen. Eines Tages, Ende November, werden die Tage kälter. Keine gute Zeit für Akrobatik auf der Straße. Schon seit einiger Zeit überlegt er, zur Ruhe zu kommen und in die Stille eines Klosters zu gehen. So klopft er bei einem Kloster in der Nähe an und bittet, aufgenommen zu werden. Doch weil er bisher sein Leben mit Springen, Radschlagen und Tanzen zugebracht hat, ist ihm alles völlig fremd, was die Klosterbrüder machen: Er kann nicht beten und keine frommen Lieder singen. Auch die biblischen Texte versteht er nicht. Stumm geht er umher und fühlt sich immer einsamer. Er hat das Gefühl, im Kloster völlig unnütz zu sein. Als eines Tages die Glocke wieder zum Chorgebet ruft, flüchtet er in eine abgelegene Kapelle. „Wenn ich schon mit den Mönchen nicht mitbeten kann“, sagt er still vor sich hin, „so will ich doch tun, was ich kann.“ Schnell streift er die Mönchskutte ab. Und in seinem bunten Gauklergewand beginnt er zu tanzen. In unermüdlichem Schwung dreht er sich flink hin und her. Seine Arme kreisen wie die Flügel eines Schmetterlings. Er springt seine höchsten Sprünge, schlägt das Rad und läuft auf den Händen durch die Kapelle. Mit einem Wort: Er tanzt voller Inbrunst, mit Leib und Seele. Heimlich ist ihm ein Mönch gefolgt und beobachtet ihn. Sofort eilt er zum Abt und holt ihn herbei. Am nächsten Tag lässt dieser den Bruder Gaukler zu sich kommen. Völlig zerknirscht fällt der vor dem Abt auf die Knie: „Ich weiß, dass ich ein schlechter Mönch bin. Anstatt zu beten habe ich getanzt. Ihr habt Recht, wenn ihr mich aus dem Kloster verweist. So will ich wieder auf die Straße gehen.“ Doch der Abt neigt sich vor ihm, küsst ihn und antwortet: „Du hast mit deinem Tanzen eindringlicher zu Gott gesprochen, als wir alle es hier tun. Bleib bei uns. Deine Frömmigkeit kommt aus dem Herzen. Du ehrst Gott mit Leib und Seele durch dein Tanzen. Uns aber möge Gott alle Worte verzeihen, die uns über die Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet.“

Diese Geschichte, eine französische Legende, habe ich gelesen und sie berührt mich. Sie zeigt: Ich darf so mit Gott in Kontakt treten, wie ich es kann. Mit meinen Worten, mit meiner Art des Betens, die mir vertraut ist. Leicht, unverkrampft, ohne Zwänge und vorgegebene Rituale. Entscheidend ist, dass ich mich mit Herz, Leib und Seele Gott zuwende. Mich ihm gegenüber mit meinen Mitteln und Möglichkeiten öffne. Ausdrücke, wofür ich dankbar bin und wofür ich ihn loben kann. Und wenn ich mich hilflos oder wertlos fühle, dann kann ich das genauso vor Gott bringen.

Ich bin gespannt, wie Sie sich ausdrücken, wenn Sie mit Gott in Kontakt kommen wollen. Heute beim Start in die neue Woche.

 

Dass Sie dies mit Ihren eigenen Worten, Gesten und Handlungen tun können, wünscht Ihnen Prädikant Werner Brück aus Remscheid.

 

Quelle: Nach: Ludger Hohn-Morisch (Hrsg.), Für jeden Tag ein Stück vom Glück, Herder, Freiburg im Breisgau, 2004, S. 280.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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