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Kirche in WDR 5 | 12.02.2022 | 07:55 Uhr

Lass die Leute reden

Guten Morgen!


Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. So hat es Udo Jürgens 1977 gesungen, damals selbst noch im zarten Alter von 43. Und exakt den 66. Geburtstag feiert in diesem Jahr eine berühmte Zeitschrift, die angeblich nie jemand liest. Nämlich die Apotheken-Umschau. Tatsächlich aber erscheint das Gesundheitsmagazin in einer Auflage von fast acht Millionen Exemplaren und liegt alle zwei Wochen kostenfrei in den meisten Apotheken aus - im ganzen Land.


Zu diesem besonderen Geburtstag haben sich die Macherinnen und Macher des Heftes etwas Originelles ausgedacht: Zehn Seiten der Januar-Ausgabe waren im Stil einer bekannten Jugendzeitschrift gestaltet und trugen den Titel "Rentner-Bravo". Ganz schön viel Selbstironie, die die Redaktion der Apotheken-Umschau mit ihrer Spezial-Ausgabe zeigt. Interessant dabei übrigens: Auch die echte "Bravo" ist 1956 – vor 66 Jahren - an den Start gegangen.


Ich fand die Idee der Apotheken-Umschau jedenfalls originell und habe mir direkt ein Exemplar dieser Spezialausgabe gesichert; obwohl mir bis zum Ruhestand noch ein paar Jahre Zeit bleiben. Dabei richtet sich das Gesundheitsmagazin gar nicht nur an Rentnerinnen und Rentner. Nach eigener Auskunft sind „Verbraucherinnen und Verbraucher ab 40" die Zielgruppe. Aber mittlerweile gilt ja allgemein schon als alt, wer überhaupt noch Gedrucktes liest.


In der Jubiläums-Ausgabe gibt es dann jedenfalls, wie in der echten „Bravo“, eine Love-Story als Comic und einen „Star Report über die Viren Vips“ darunter Drosten, Streeck, Lauterbach und Co. Und was ich besonders originell fand. Auch die „Rentner-Bravo“ brachte eine Dr. Sommer Sprechstunde mit echt schlüpfrigen Themen.


Was mir nachgeht, seit ich das Heft gelesen habe. Solch ein Humor und solche Selbstironie täten auch mir manchmal gut - und täten unserer Gesellschaft insgesamt gut. Denn das heißt doch: Nicht immer alles so eng sehen. Auch über sich selbst lachen können. Mal drüberstehen, schmunzeln und sich nicht so wichtig nehmen.


Der Kirche geht es manchmal wohl ähnlich wie der Apotheken-Umschau. Auch hier das Vorurteil, sie sei doch nur was für alte Leute. Wer seine Gemeinde kennt, weiß jedoch, dass das oft gar nicht stimmt. An so vielen Orten gibt es reichlich Angebote für Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.


Wenn die Kritik an der Kirche also nervt, mach es doch einfach mal wie das Gesundheits-Heft: Nicht verteidigen, sondern lächeln. Drüberstehen. Die Musikgruppe „Die Ärzte“ hat es in einem ihrer Songs so ausgedrückt: „Lass die Leute reden bei Tag und auch bei Nacht. Lass die Leute reden, das haben die immer schon gemacht.“


Manchmal möchte man sich rechtfertigen und das, was man schätzt, in´s rechte Licht rücken. Auch ich mich selbst. Aber manchmal kann man die Leute auch einfach „reden lassen“ und sich seinen Teil denken. Und was die älteren Menschen in der Kirche angeht: Vielleicht einfach mal Udo Jürgens zitieren, denn mit 66 Jahren, da fängt das Leben doch erst an.


Ab und zu eine gesunde Portion Selbstironie

die wünscht Ihnen aus Bielefeld, Ihr Pfarrer Bernd Becker.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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