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Kirche in WDR 5 | 15.06.2022 | 06:55 Uhr

Fest des Lebens

Guten Morgen.

Hochzeit in Tansania. Mehr oder weniger alle sind eingeladen. Die große Familie, die Nachbarn im weiten Umkreis, alte und neue Freundinnen und Freunde des Brautpaares und ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen. Sogar die Bürogemeinschaft der Mutter und der gesammelte Chor des Vaters sind dabei, und die kirchlichen Würdenträger und der Bürgermeister auch - 500 Gäste!

Wir erleben ein rauschendes Fest. Die Zelte sind festlich geschmückt. Die Kleidung jeder eingeladenen Gruppe ist aufeinander abgestimmt und handgenäht. Friseurinnen haben Wunderwerke vollbracht. Es gibt Essen und Trinken in Fülle. Die Hochzeitstorte ist gigantisch. In einer langen Reihe stoßen wir alle nacheinander mit dem Brautpaar an. Tänzer führen traditionelle Tänze auf. Geschenke werden feierlich überbracht. Eine Kuh ist dabei und eine Haushälfte. Das Brautpaar verspricht für die Eltern zu sorgen und überreicht jedem Elternpaar symbolisch eine Torte. Am Ende sind alle auf der Tanzfläche, auch die Alten. Es ist ein Fest der ganzen Gemeinschaft.


Als Jesus mit 30 Jahren an die Öffentlichkeit tritt – so erzählt der Evangelist Johannes - besucht er nicht etwa zuerst ein Armenhaus oder in ein Kinderheim. Er geht zuerst auf eine Hochzeit!
Erste Besuche von Amtsträgerinnen und Amtsträgern in Politik und Kirche sind programmatisch. Jesu Vorläufer ging zuerst in die Wüste: Er predigte Buße und Umkehr: „So geht es nicht weiter!“

Aber Jesus marschiert gleich durch - zu einer Hochzeit. Er isst und trinkt und lacht und tanzt und feiert die Gemeinschaft.

Sein erstes Zeichen ist Programm: Unser Leben soll ein Fest sein!

Ich glaube Jesus. Ich glaube an sein Programm, das Fest.
Ich glaube an den Tisch, der sich unter dem leckeren Essen biegt. Jeder Platz ist besetzt, und trotzdem ist wunderbarerweise immer ein Stuhl frei für eine, die nachkommt.

Ich glaube an den Wein, der im Glas gluckert vor Freude, und alles Bittere mit sich herunterspült.

Ich glaube an die Polonaise, die lang und länger wird, weil die ganze Welt sich anschließt und immer eine da ist, die die Hand ausstreckt: „Komm mit!“

Ich glaube, das alles wird kommen, endgültig, für alle. Und manchmal blitzt es ja auch schon mitten am Tag auf. Manchmal feiern wir ja Hochzeit!

Aber immer wieder stürzt das Fest ab. Damals, als Jesus auf der Hochzeit ist, ist plötzlich der Wein alle. Ausgerechnet das Getränk der Freude. Es ist, als ob jemand mitten im Tanz den Stecker zieht. Und das auf dem ersten programmatischen Besuch Jesu. Nicht nur für das Brautpaar ist es eine Katastrophe. Auch für Jesus steht viel auf dem Spiel: Unser Leben – ein Fest? Jesus, guck Dich doch mal um!

Dann aber verwandelt Jesus – etwas widerwillig, aber letztlich doch – 600 Liter Wasser in köstlichsten Wein, und das Fest geht weiter.


Und deswegen glaube ich auch das: Wenn unsere Krüge leer sind und der Wein alle, wenn die Musik wieder stockt oder in Trauermärsche verfällt vor den Trümmern zerschossener Häuser und den Trümmern menschlichen Lebens, dann lässt sich Gott anrühren. Er verwandelt Wasser in Wein, Steine in Brot, Klage in Reigen, mich. Ich weiß nicht wie. Aber ich verlasse mich darauf: Das Fest ist nur unterbrochen.


Quellen: Die Bibel, Luther 2017, Johannes 2,1-12 „Hochzeit zu Kana“.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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