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Kirche in WDR 5 | 19.08.2022 | 06:55 Uhr

Tu, was Du tun kannst

Es ist mal wieder Freitag.

Hinter mir eine anstrengende Woche

– vor mir das Wochenende

… und ein Email-Postfach,

das immer noch immer weiter vollläuft.


Dazu klingelt das Telefon.

Ununterbrochen.

Und der Bildschirm,

auf dem eigentlich längst ein kurzes Memo

verfasst sein sollte,

ist noch genauso weiß wie vor einer Stunde.


Den Kollegen geht es nicht besser.

Alle arbeiten im Laufschritt.

Seit Tagen.

Alle geben ihr Bestes.

Und alle kommen an ihre Grenzen.

Arbeiten im Kärcher-Modus,

arbeiten unter Hochdruck.


Und ist das eine Problem gelöst,

tauchen die nächsten beiden auf.

Wie mit den Hydra-Köpfen aus der Sage:

Wird der eine abgeschlagen,

wachsen zwei neue nach.


Am frühen Abend dann beruhigt sich die Situation etwas.

Die Infos für die Chefs sind raus.

Das Email-Postfach ist in annehmbaren Zustand,

die Telefonliste abgearbeitet.

Und die meisten Kollegen sind im

mehr als verdienten Feierabend.

Die Flure sind leer.

Die Telefone still.

Ruhe.


Und dann fällt mir auf,

dass da noch ganz dringend

eine Information ins Intranet muss.

Die war mir durchgegangen.

Doch wie soll das jetzt gehen?

Die Kollegen,

die dafür zuständig sind,

sind längst weg.

Ich spüre,

wie der Puls schneller geht.


Und dann sehe ich

in dem noch unbearbeiteten Berg von Emails

eine mit dem Betreff „Intranetmeldung“.

Ich denke mir:

„Prima – das brauche ich jetzt auch noch.

Dass hier jemand noch zusätzlichen Dampf

auf den Kessel gibt.“


Gedanklich verabschiede ich mich vom Feierabend,

öffne gefrustet die Mail

– und lese:

Markus hat sich bereit erklärt,

auch nach Feierabend zur Verfügung zu stehen,

wenn noch etwas ins Intranet gestellt werden muss.

Er schaltet sich von zu Hause auf.

Schick ihm bei Bedarf einfach eine SMS.

Lieben Gruß Steffi.


Aufatmen!


Warum ich Ihnen das erzähle?

Weil ich mich gelegentlich frage,

was ich tun kann,

wenn‘s brennt?

Was ich in der derzeitigen Lage machen kann

– und ob das Wenige,

das in meiner Macht liegt,

wirklich etwas hilft.

Und dann bin ich Menschen wie Steffi und Markus dankbar,

die mir zeigen:

Manchmal braucht es nur ganz wenig,

um ganz viel zu erreichen.


Die beiden Kollegen hatten wahrscheinlich

keine Vorstellung davon,

dass sie an diesem Abend

meine persönlichen Helden waren.

Denn manchmal braucht es nur ein bisschen mehr

als das Geforderte,

um jemandem zu helfen.


Manchmal reicht schon die Bereitschaft,

sich eine SMS schicken zu lassen.

Oder den Kollegen genau darüber zu informieren.


Und an so Abenden wie jenem

bin ich dem lieben Gott dann doppelt dankbar:

Weil er mir jemanden geschickt hat,

der mir ganz unerwartet und überhaupt nicht planbar hilft.

Und mehr noch,

weil er mir immer wieder

Menschen wie Markus und Steffi schickt,

die mir zeigen:

Wenn Du das tust,

was Du tun kannst

– ganz gleich, wie viel es ist –

dann tust Du viel.


Egal, was ich mache.

Dieser kleine, nervige Schmerz erinnert mich

immer und immer wieder daran,

dass da mit meinem kleinen Finger

etwas nicht in Ordnung ist.

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