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Kirche in WDR 5 | 15.09.2022 | 06:55 Uhr

Gut und Böse

Guten Morgen,

Nach der Pandemie, endlich mal wieder ins Kino: Ich habe mir die bildgewaltige Neuverfilmung von Agatha Christis „Tod auf dem Nil“ angeschaut. Bis zum Schluss habe ich mitgefiebert, wie der Meisterdetektiv Hercule Poirot die Mörder entlarvt.

Agatha Christi hat mit „Tod auf dem Nil“ einen echten Klassiker geschrieben. Die Queen of Crime hätte heute Geburtstag und wäre 132 Jahre alt geworden. Und sie hat ja nicht nur eine, sondern viele Kriminalgeschichten geschrieben, die zu den erfolgreichsten der Welt zählen. Und ich frage mich, was macht dieses Genre so erfolgreich?

Die Elemente einer Kriminalgeschichte sind ja oft die gleichen: Da sind ein Verbrechen, ein Detektiv/eine Detektivin und sein oder ihr Team, Widersacher, Schwierigkeiten, Verdächtige, falsche und richtige Spuren und am Ende: der Fall wird aufgeklärt und die Spannung aufgelöst. Ich glaube, dass Krimis deshalb so erfolgreich sind, weil sie eine tiefe Sehnsucht im Menschen bedienen: Am Ende wird alles gut! Mag das Böse noch so widerwärtig sein, es wird nicht siegen.

Leider ist es im Leben nicht immer so. Das Böse scheint immer wieder die Oberhand zu gewinnen. Und die Menschen scheuen vor Verbrechen nicht zurück, um sich zu bereichern, ihr Leben scheinbar zu verbessern oder irgendeinen Vorteil zu erlangen. Mangel an Liebe und Geld spielen dabei fast immer eine entscheidende Rolle. Und leider werden die Schuldigen eben nicht immer gefasst oder ihre Taten werden sogar vertuscht, wie bei den Missbrauchsskandalen in der Kirche. Ich sehe das Leid der Opfer, das Bemühen um Aufklärung, aber immer wieder zeigen sich neue Abgründe. Und Täter können nicht zur Rechenschaft gezogen werden, werden nicht gestellt oder entziehen sich. Da sind Hass und Hetze im Netz, bei denen die Verursacher nicht ermittelt werden können, da sind unaufgeklärte Gewalttaten, bei denen die Täter auch nach Jahren nicht aufgespürt sind.

Ist so ein Krimi also nur ein schöner Traum, dass es am Ende gut wird? Eine Art Eskapismus, der mich für einen Moment vergessen lässt, dass die Realität ja ganz anders ist und das Gute eben nicht notwendig im Leben siegt?

Ich hoffe nicht! Als Christin hoffe ich darauf, dass Gott am Ende alles gut machen wird – auch das, was mir scheinbar nicht möglich ist. Das entbindet mich aber nicht davon, selbst tätig zu werden: aufzustehen gegen Hass und Hetze, Missbrauch anzuzeigen und zu kritisieren und da mutig aufzubegehren, wo ich billige Vertröstung spüre in Formulierungen wie: Das machen doch alle so. Das ist doch schon so lange her. Lass erst mal Gras über die Sache wachsen. Nein – es gibt Dinge, über die darf kein Gras wachsen. Die Missstände müssen offen angesprochen werden, denn erst dann kann es zu einer Aufklärung und Veränderung kommen. Mir kommt da eine Episode aus dem Leben Jesu in den Sinn: Er treibt die Tempelhändler aus dem Tempel, stößt Tische um und haut so richtig auf den Putz. Er hat dies getan, weil er sich sicher war: Das ist nicht das Gute, das Gott für alle Menschen will. Ich möchte in mir die Sehnsucht nach dem Guten wachhalten, sie soll mich antreiben, schon jetzt und hier dem Guten auf die Spur zu kommen und ihm Raum zu geben, sich entfalten zu können.

Aus Gladbeck grüßt Sie Meike Wagener-Esser

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