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Kirche in WDR 5 | 03.02.2023 | 06:55 Uhr

Segen ist süß!

Guten Morgen!

Der 3. Februar ist in der katholischen Kirche der Gedenktag des Heiligen Blasius. Da wird im Gottesdienst der so genannte „Blasius-Segen“ gespendet! Für manche Kölner ist das sogar sowas wie das achte Sakrament. Was hat es damit auf sich? Gläubige kommen heute oder am kommenden Sonntag am Ende der Heiligen Messe in der Kirche nach vorne und empfangen vor zwei gekreuzten Kerzen diesen Segen. Das Ganze geht auf eine Legende über Bischof Blasius zurück, einem Mann der Spätantike. Er war Bischof in Armenien und wurde während der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian umgebracht. Es wird erzählt, dass er vor seinem Tod durch die Gitter seines Gefängnisses einen kleinen Jungen heilte, der an einer Fischgräte, die er verschluckt hatte, zu ersticken drohte.[1]

Als ich diese Geschichte einmal in einem Familiengottesdienst erzählte und am Ende einem kleinen Mädchen den Blasiussegen gespendet habe, sagte mir die Mutter des Mädchens: „Die Geschichte ist wirklich süß. Toll, dass Menschen anderen Menschen helfen, wenn sie in Not sind.“

„Wie wahr“, dachte ich mir, vor allem, wenn man sich die Hilfe des Blasius einmal konkret vorstellt: Denn die Angst vorm Ersticken genommen zu bekommen, ist schon großartig. Von mir aus auch süß. Ich stelle mir jedenfalls die strahlenden Augen des kleinen, panischen Kindes vor, als es wieder gut durchatmen konnte. Und wie Blasius dem Kind gut zuredete, es beruhigte. Echt süß! Übrigens bedeutet der Name „Blasius“ auch „süß“ und „milde“. Er leitet sich vom lateinischen „blandus“ ab.

Solch eine süße „Blasiuserfahrung“ mache ich häufig. Etwa, wenn ich kleine I-Dötzchen am ersten Schultag segne. Oder wenn Gläubige vor einer langen Reise einen Einzelsegen wünschen. Wenn ich Kranke segne. Oder sogar Wohnungen oder Ehepaare, die ihr Ehejubiläum feiern. Es gibt Segnungen für besondere Anlässe im Leben der Familie oder im Laufe des Jahres – wie etwa den heutigen Blasius-Segen für die eigene Gesundheit. Die Kirche hat sogar ein ganzes Segensbuch mit fast 100 Segnungen, das sogenannte „Benediktionale“[2]. Damit kann man ganze Segensfeiern gestalten. Solche Segensfeiern sind auch für mich, der ich den Segen spende, ganz verdichtete und berührende Erfahrungen. Segnen, Gutes sagen, das drückt eine solche Feier aus. Und ich kann den Hunger der Menschen nach guten Worten verstehen, bei all den vielen Sorgen und Nöten. Gute Worte haben in der Tat etwas, was mein Leben versüßen kann. Wenn es gerade nicht gut läuft, wenn ich gescheitert bin … Gute Worte, Segensworte sind dann immer sehr anrührend und wirken beruhigend.

Wie oft kriege ich doch eher schlechte Worte um die Ohren gehauen. Worte, die herunter putzen, die fertig machen, die sogar voller Hass sind. Ich denke nur mal an einen „Shitstorm“ im Internet, der sich schnell breit macht. Alles andere als süß. Reinste Bitterkeit macht sich da oftmals breit. Oder seien es nur die ganzen Meckereien den Tag über. -

Wenn ich aber spüre, ein Mensch meint es gut mit mir und wenn ich darin auch Gottes Nähe erfahren kann, dann löst sich immer etwas. Das ist so, als wenn meine Seele eine Massage erhält.

Ich bin überzeugt: Wenn wir Menschen uns gut zureden, dann kann es das Leben wirklich versüßen. Wenn wir Menschen uns Gutes von Gott her sagen, wie beim Blasius-Segen, dann weiß ich, dass auch Gott mich und die anderen „ganz süß“ findet.


Einen „süßen Tag“ wünscht ihnen André Müller aus Gladbeck.


[1] Vgl. Richard Benz, Legenda aurea, Gütersloh 2004.

[2] Benediktionale, Studienausgabe für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes, Freiburg 1991.

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