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Kirche in WDR 5 | 03.04.2023 | 06:55 Uhr

Gelitten

Guten Morgen!

Was werden die Leute einmal über mich sagen, wenn ich nicht mehr bin?

Ich meine nicht ein abschließendes Urteil über mein Leben. Das steht allein Gott zu.

Aber woran werden sich diejenigen erinnern, die die mich mehr oder weniger gut gekannt haben?

Wenn ein Mensch gestorben ist, stehen erste rückblickende Sätze in den Todesanzeigen. Zum Beispiel Sprüche wie dieser:

„Nur Arbeit war dein Leben,

nie dachtest du an dich.

Nur für die Deinen streben,

war deine höchste Pflicht.“

Früher las man das häufig. Inzwischen ist dieser Spruch aus der Mode gekommen. „Work-Life-Balance“ ist angesagt.


„Geboren von der Jungfrau Maria.

Gelitten, unter Pontius Pilatus gekreuzigt, gestorben und begraben“:

Das haben sie im Rückblick über Jesus und sein Leben gesagt. Und wir wiederholen es jeden Sonntag in unseren Gottesdiensten. Darüber kann man durchaus ins Grübeln kommen. Seltsam, dass die Christenheit in ihrem zentralen Glaubensbekenntnis nichts, aber auch gar nichts über das pralle Leben ihres Heilands sagt! Von seiner wundersamen Geburt einmal abgesehen nur dies: „gelitten, gekreuzigt, gestorben, begraben.“ Wie einzelne Hammerschläge hauen diese Worte das gesamte Leben Jeus zusammen auf das Leiden. Als hätte Jesus in seinem Leben keine Feste gefeiert! Manche Spötter haben ihn sogar einen Fresser und Weinsäufer genannt. Als hätte Jesus nicht mit Saft und Kraft gepredigt, geheilt, Menschen in seinen Bann gezogen, sich mit den Glücklichen gefreut. Da war doch nicht alles bloß Leiden.


Trotzdem sagen seine Anhängerinnen und Anhänger über ihn nur das:

Gelitten.

Im Lateinischen heißt das „passus“. Daher kommt das Wort „Passion.“

Ja, das Leben Jesu war eine einzige Passion.

Welch eine Passion, welch eine Leidenschaft für Gott steckte in diesem passionierten Menschenliebhaber! Welch eine Passion für die Wahrheit und für die Untergebutterten! Wie passioniert er dafür eintrat, dass der Himmel etwas mehr auf die Erde komme.

Im lateinischen Wort „Passion“ treffen sich Leiden und Leidenschaft.


Gelitten - „passus“. Mehr kann man nicht sagen - und Würdigeres auch nicht. Das fasst alles zusammen, was das Leben dieses Menschen ausgemacht hat: so große Leidenschaft für das Leben, dass er dafür großes Leiden auf sich genommen hat. So große Leidenschaft für Andere, dass er sich für sie hat foltern und umbringen lassen.

Ich schaue noch einmal auf den Spruch in der Todesanzeige:

„Nur Arbeit war dein Leben, nie dachtest du an dich“. Plötzlich kann ich ihn mit gnädigeren Augen sehen. In diesem unbeholfenen Reim steckt so viel ehrliche Achtung: Du hast dich abgerackert für uns, rufen die Angehörigen ihrer Verstorbenen nach. So viel Liebe! Das kann kein sinnloses Leben gewesen sein.


Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen Annette Kurschus aus Bielefeld.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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